Berlin, ein Weihnachtsmärchen – Teil IV

Während Kurt darum bemüht war, der Quelle des verlockenden Geruchs auf die Schliche zu kommen, fand Klaus W. auf dem Gästeklo einen zerknüllten Stimmzettel, dessen Rückseite mit Lippenstift beschmiert war:

Alle Personen sind rein zufällig, eventuelle Ähnlichkeiten selbstverschuldet.

Eine sehr merkwürdige Botschaft. Vielleicht sollte er Anne mal fragen. Mit ihr hatte er sich doch nach der letzten Sendung so gut über die Vorteile einer elektrischen Beinrasur unterhalten. Noch darüber nachdenkend, ob er ihr bei der Gelegenheit das Rezept für Glühweinbratwurst geben sollte, hörte er ein unheimliches quietschen.

Vorsichtig spät er aus dem kleinen Fenster in den nur schlecht beleuchteten Hinterhof. Klaus sah nur einen merkwürdigen Schatten, der aussah wie die Zeichnung auf dem blau-weißem Schild, dass vor dem Rathausparkplatz stand, auf dem er immer seinen Dienstwagen abzustellen pflegte, wenn er die Sonntags-Schrippen vom Bäcker holte.

Wieder das Quietschen, diesmal gefolgt von einem Geräusch, als ob eine Stahlkugel in einer Metalldose geschüttelt würde – gefolgt von einem langen Ton, der sich anhört, als würde irgendwo Luft entweichen. Bewaffnet mit einer Taschenlampe und all seinem Mut, den er noch von der letzten gewonnen Abstimmung über hatte, schlich sich Klaus zur Hintertür seiner Wohnung und drückte vorsichtig die Klinke runter.

Abgeschlossen, verdammt.

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