Soziale Gerechtigkeit

Soziale Gerechtigkeit

Wie es um die soziale Gerechtigkeit in Deutschland bestellt ist, darüber wurde vermutlich schon oft geschrieben – wobei im Grunde nicht oft Genug darüber geschrieben werden kann. Zumindest dann, wenn es noch Fälle wie die folgenden gibt.

Ein 18-jähriges Mädchen, welches bei ihrem Vater lebt, welcher Hartz-IV bekommt, arbeitet neben der Schule, um sich zumindest ab und an etwas gönnen zu können. Zumindest dachte sie, dass sie das können würde. Leider hat sie da falsch gedacht, denn von dem, was sie dazu verdient, kassiert der Staat alles wieder ein – dank Hartz IV. Ob sie also arbeiten oder nicht arbeiten würde, macht keinen Unterschied.

Arbeiten, ohne dafür Geld zu bekommen, geht auch noch anders. In einem mittelständischen Unternehmen irgendwo in Deutschland bleiben seit längerem schon die Lohnzahlungen regelmäßig aus. Dafür gönnt sich der Chef dann zusammen mit seiner Lebensgefährtin Wellnesswochenenden. Die Mitarbeiter können aber, zumindest solange sie nirgendwo anders einen Arbeitsplatz unmittelbar im Anschluss bekommen würden, nicht kündigen, denn die Agentur für Arbeit droht in diesem Fall mit einer Sperre. Nur wenn das Gehalt drei Monate oder länger ausbleibt, können die Mitarbeiter kündigen, ohne eine Sperre beim Arbeitslosengeld I zu riskieren. Da das der Chef weiß, zahlt er immer wieder mal kleinere Beträge aus, so dass diese magische Grenze nicht überschritten wird.

Was zeigen diese beiden Fälle? Das vor allem eins bei den gesamten Reformen offensichtlich verloren gegangen ist: der gesunde Menschenverstand. Regeln und Gesetze sind für Menschen gemacht, nicht umgekehrt.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren