Das richtige CMS

Die Frage danach, was denn das richtige Contentmanagement System sei, lässt sich streng genommen nicht pauschal beantworten. Genauso gut ließe sich danach fragen, was das richtige Auto oder die beste Ernährungsform sei.

In allen Fällen sollte die Antwort eingeleitet werden mit „Kommt darauf an..”, denn es kommt tatsächlich darauf an. Verabschieden kann man sich von der Vorstellung, es gäbe grundsätzlich ein CMS, mit dem sich alles machen ließe, mit dem sich alle Projekte realisieren lassen.

Entscheidend sind immer die Anforderungen des jeweiligen Projektes, die ein CMS als eher geeignet bzw. eher ungeeignet erscheinen lassen. Für einen nicht unwesentlichen Teil von Projekten ist dabei WordPress als CMS-Basis keine schlechte Wahl. WordPress hat im Gegensatz zu vielen anderen Systemen den großen Vorteil, dass sich Projekte damit in der Regel sehr schnell umsetzen lassen. Die Struktur der Templates lässt sich in kurzer Zeit verstehen, bei Bedarf können für spezielle Anforderungen entweder vorhanden Plugins gefunden bzw. selber entwickelt werden.

Es gibt allerdings Grenzen von WordPress, wo der Aufwand der Plugin-Entwicklung höher ist als die Verwendung eines komplexeren CMS wie zum Beispiel Typo3. Gerade bei größeren Projekten, die eine Vielzahl von Plugins in WordPress voraussetzen würden, ist WordPress unter dem Gesichtspunkt der Wartung nicht immer die beste Wahl.

Jedes zusätzliche Plugin stellt zunächst einmal eine potentielle Sicherheitslücke dar. Selbst wenn diese nicht vorhanden ist, muss gewährleistet sein, dass die Funktionalität des Plugins nach einem notwendigem Sicherheitsupdate von WordPress erhalten bleibt.

Für private Projekte scheint das nicht dramatisch sein, aber bei kommerziellen Projekten stellt sich die Frage, wer die Wartung des CMS übernimmt und die jeweiligen Patches einspielt. Wirtschaftlich betrachtet kann es daher vorkommen, dass das, was durch den Einsatz von WordPress gespart wurde, letztendlich noch mal draufgezahlt werden muss.

Die Grenzen von WordPress sind auch da erreicht, wo mehr als eine Contentspalte zur Verfügung stehen muss – etwas, was sich in Typo3 Out-of-the-box lösen lässt. Auf der anderen Seite tut sich aber auch niemand einen Gefallen, wenn er bei einem Projekt auf Typo3 setzt, obwohl nur ein schlankes CMS mit RSS-Feed benötigt wird.

Auf einem ganz anderen Blatt stehen die Contentmanagement Systeme, die grundsätzlich nicht in Frage kommen. Ausschlusskriterien dafür wäre zum Beispiel das zu Grunde liegenden Lizenzmodell, die Größe der Comunity (wichtig für Support-Anfragen) bzw. das Vorhandensein eines Herstellersupports, der nicht zu unterschätzenden Aspekt schriftlicher Dokumentationen (gerade wenn es um Schnittstellen geht), die Sicherheit des Systems und auch die Komplexibilität bei der Entwicklung von Extesions und Templates. Letztendlich kommt auch noch das sehr subjektive Bauchgefühl hinzu: Fühl ich mich gut aufgehoben bei dem CMS oder nicht?

Anhand dieser Kriterien würde ich zum Beispiel Joomla als CMS für Kundenprojekte ausschließen. Es gibt einfach nichts, was WordPress nicht besser und schneller könnte. An einigen Stellen schlägt WordPress, auch wenn es nicht so bunt im Backend aussieht wie Joomla, diese sogar um Längen. So sucht man bei Joomla vergebens nach einer Möglichkeit, Artikel eines Benutzers vor der Veröffentlichung durch einen Redakteur freigeben zu lassen – bei WordPress gehört das mittlerweile zum System dazu.

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