Münte geht

Münte geht

Wie gestern allerorts berichtet wurde, legt Franz Müntefering sein Amt als Bundesvizekanzler und Arbeitsminister aus familiären Gründen nieder. Seinen Nachfolger im Amt als Vizekanzler wird der Guantanamo-Experte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier. Aus der „zweiten” Reihe rückt Olaf Scholz nach und tritt in die wahrscheinlich sehr großen Fußstapfen des bisherigen Arbeitsministers. Allerdings gibt es auch gute Nachrichten: Kurt Beck bleibt uns vorerst in Rheinland-Pfalz als Ministerpräsident erhalten bzw. in Berlin erspart.

Eine sachliche Würdigung der Lebensleistung von Franz Müntefering und eine treffende Analyse des Verhaltens von Kurt Beck findet sich heute in der Süddeutschen Zeitung in Form eines Kommentars zur Sache von Kurt Kister (der von mir sehr geschätzte Herribert Prantel arbeitet sich zur Zeit an Frau Merkel ab).

Ein ganz bestimmtes Verhalten von Beck, das mir auch unangenehm aufgefallen ist, beschreibt Kister ebenfalls sehr gut:

Kurt Beck erwies sich nicht nur in dieser [Übernahme der Ämter von M.] Frage als Situations-Opportunist. Er stellt sich relativ schnell auf eine Situation ein und verhält sich dann so, wie es ihm als richtig oder zumindest als nützlich erscheint.

Den meisten Nutzen dabei hat wohl Kurt Beck selber. Aber nun gut, vorerst ist er ohne Amt in der Bundesregierung. Zurück aber zu Müntefering selber. Ich möchte auf keinen Fall seine privaten Gründe in Abrede stellen oder in irgendeiner Art und Weise eine Zusammenhang mit dem Rücktritt und seinen jüngsten Niederlagen herstellen, aber eine Sache verwundert mich schon sehr.

M�ntes Brief

Der Brief an die Genossinnen und Genossen, maschinengeschrieben auf dem Briefpapier des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales trägt nicht nur seine Unterschrift, sonder auch das Datum des Tages wurde manuell ein(nach?)getragen.

Das lässt zumindest ein Wenig Raum für Spekulationen offen.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren