Restwertgefühl

Restwertgefühl

Selbst nach dem sämtliche Finger abgeschnitten waren und sein Selbstmordversuch misslang, da die Schlinge schlecht geknüpft war, konnte er sich ein Grinsen nicht verkneifen. Allerdings verging ihm dies schnell wieder, als er daran dachte, dass er die elende Sauerei in der ganzen Wohnung jetzt doch selber sauber machen musste. Ohne Finger würde es nicht so leicht sein.

Schnell kehrte aber sein Restwertgefühl zurück. Er würde es schon schaffen. Notfalls hatte er noch eine Zunge, mit der er dem Blutspuren zu Leibe rücken konnte. Apropos Leib. Dass kleine Winzermesser konnte er jetzt wohl wieder aus seinem Bauch herausziehen. Es steckte eh an der falschen Stelle und hatte somit keine lebenswichtigen Organe getroffen. Im fiel wieder ein, dass er ohne Finger auch nichts mehr herausziehen konnte.

Ein leichter Schwächeanfall überkam ihm. Sollte er am Ende doch noch genügend Blut verloren haben? Seine langsam austrocknenden Augen starrten in die Dunkelheit seiner Wohnung. Endlich sah er einen Lichtschein, der immer näher kam. Es gab also doch was nach dem Tod.

„Siebenundvierzig an Einsatzzentrale. Wir haben ihn gefunden!”

McKaber richtete seine Taschenlampe auf den an der Decke hängenden Körper. sein Schuhe standen in einer klebrigen Substanz, die er für das hielt, was es auch war.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren