Einer dieser Tage

Einer dieser Tage

Müde die Zeitung aus dem Kasten gefischt (bzw. fischen lassen), ein Blick auf die Titelseite geworfen und folgendes gelesen:

  • Lockführer drohen mit Dauerstreik
  • Türkei für Militärschlag (gegen die PKK)
  • Bush warnt vor Weltkrieg

Schon vor dem ersten Tee befällt mich das Gefühl, dass die Welt nur von Irren bevölkert wird. Eigentlich sollte man sich die vor radioaktiven Strahlen schützenden Bettdecke über den Kopf ziehen und abwarten, auf keine Fall aber das Haus verlassen.

Auf der anderen Seite: zumindest gibt es jetzt wieder klare Feindbilder. Vielleicht startet ja auch einer dieser Herrn A-Blogger (komisch, dass es in der Riege nur so wenig Frauen gibt in der Liga) ein neue Solidaritätsaktion zugunsten der Bahnkunden. Öffentliche Selbstgeißelung vor deutschen Bahnhöfen, das wäre doch wohl mal was.

Zum Thema Bush drängt sich eine große Frage auf: Schafft er es noch vor Ende seiner Amtszeit, einen Weltkrieg anzuzetteln oder nicht?

Gerade beim schreiben dieser Zeilen fällt mein Blick auf die Tochter von Boris Becker (ich glaube, dass ist das Besenkammerkind). Mein Gott, was ist die hässlich – ganz der Vater.

Wo war ich noch mal stehen geblieben? Mhm, fällt mir jetzt auch nicht ein. Na ja, besser nur stehen bleiben als zurück bleiben oder auf der Streck bleiben. Ach ja, auf der Strecke bleiben. Da ist es noch mal, das Thema Bahn.

Einer meiner täglichen Mitreisenden hatte heute eine sehr gute Erklärung, warum die GDL 30 Prozent mehr Lohn fordert. bei gefühlten durchschnittlichen 30 Prozent Zugverspätungen impliziert dies ja, dass die Lockführer länger arbeiten, also entsprechend auch mehr Lohn bekommen sollten. Das führt mich zu einer revolutionären Idee, wie sich der Streit der GDL mit der Bahn lösen ließe. Die Lockführer bekommen künftig nicht nur einen eigenen Tarifvertrag, sondern werden mit einem neuen Vertrag als Selbstständige von der Bahn beauftragt, so wie BoFrost-Fahrer – inklusiv Gewinn- und Verlustbeteiligung.

Für Berufspendler gibt es in Bezug auf den Streik auch die Möglichkeit, dagegen zu Protestieren. Nur bringt es im dem Fall nichts, dafür auf die Straße zu gehen.

Bevor es jetzt ganz wirr wird, noch eine letzte Anmerkung. Früher, als Kind, hatte ich eine Modelleisenbahn. Da konnte ich selber bestimmen, wann der Zug fuhr, und mit der Gewerkschaft musste ich mich auch nicht rumschlagen.

Ach ja, früher war alles besser, nicht wahr Frau Herman?

6 Replies to “Einer dieser Tage”

  1. Warum gibt es größtenteils nur negative Nachrichten auf den ersten Seiten einer Zeitung? Dauerstreik, Militäranschlag, dritter Weltkrieg??? Passieren denn nur schlechte Dinge auf dieser Erde? Vielleicht sollten die „Herrn A-Blogger“ mal auf gute Dinge hinweisen und nicht immer nur gegen irgendwas Schlechtes versuchen mobil zu machen.
    Früher war wirklich einiges besser, da hat man das ganze Elend dieser Welt nicht mitbekommen und trotzdem gelebt…

  2. lasst doch mal die arme eva aus dem spiel!

    hast du die bild im abo?!

    in einschlägigen wettbüros kann man schon wetten drauf abschliessen wie onkel busch seine letzte legislaturperiode beenden wird

    ich tippe ja immer noch auf den atomaren erstschlag…

    ist noch platz unter deiner bettdecke?

  3. Arm ist sie ja wohl nicht. Mit ihren leicht bräunlich angehaucht Büchern wird sie sich ja wohl ein wenig Taschengeld hinzuverdient haben.

    Und nein, ich habe BILD nicht im Abo – die dicken Schlagzeilen kann man auch am Bahnhof im Vorbeigehen lesen.

    Ob unter der Bettdecke noch Platz ist? Jo, aber den teile ich mir mit jemand anders :-)

  4. Hehe, bei der an sich schon depressiven Wetterlage sind das genau die richtigen Schlagzeilen zum Wohlfühlen :)

    Mir wurde jedenfalls mulmig, als ich die Spiegel-Schlagzeile ‚Bush warnt vor drittem Weltkrieg‘ las und ich überlegte sofort, ob es noch lohnt, längerfristige Planungen zu verfolgen *g*

    Aber dann gibt es ja auch einfach eine durch die Medien genährte Kultur der Angst, folgendes Buch kann ich dazu nur empfehlen:

    http://www.amazon.de/Culture-Fear-Americans-Afraid-Things/dp/0465014909/ref=cm_taf_image_featured?ie=UTF8

    Für Al Gore wäre ein 3. Weltkrieg derzeit allerdings wirklich eine Katastrophe, immerhin würde das seine Warnungen vor der Klimakatastrophe völlig ad absurdum führen…

    Grüsse nach Bielefeld

  5. „Einer meiner täglichen Mitreisenden hatte heute eine sehr gute Erklärung, warum die GDL 30 Prozent mehr Lohn fordert. bei gefühlten durchschnittlichen 30 Prozent Zugverspätungen impliziert dies ja, dass die Lockführer länger arbeiten, also entsprechend auch mehr Lohn bekommen sollten.“
    … nach meinem Verspätungsempfinden hätten die Jungs locker 90% mehr zu bekommen!

    JBJ

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren