Kosmetik für Männer?

Kosmetik für Männer?

In den letzten Jahren habe ich mich immer wieder gewundert, warum, trotz gegenteiliger Behauptungen, dass die Preise für Lebensmittel nicht im wesentlichen angestiegen seien, der wöchentlich Einkauf dennoch immer teurer geworden ist. Langsam dämmert mir, wo sich die Preiserhöhungen verstecken. Vor etwa zwei Wochen bin ich noch mal die gesamte Palette an Produkten durchgegangen, die ich zur täglichen Körperpflege verwenden.

Notwendig war das auf Grund meiner immer empfindlicher reagierenden Haut. Versuchshalber beschloss ich daher, Stück für Stück auf Naturkosmetik umzustellen. Gründe dafür gibt es viele. Naturkosmetikprodukte verzichtet nicht nur auf Bestandteile auf Mineralölbasis, von denen gesagt wird, dass sie der Haut nicht gut tun, sondern auch auf eine ganze Menge andere Reizstoffe. Für das Gewissen kommt noch hinzu, dass sie ohne Tierversuche hergestellt werden.

Ziemlich überrascht hat mich, dass all das, was bei mir in den Einkaufskorb gewandert ist, entweder genauso teuer wie die bisher verwendete, herkömmliche Kosmetik war oder aber günstiger. Wenn ich zurückblicke, dann war das nicht immer so. Naturkosmetik hatte lange den Ruf, zu teuer zu sein. Wer sich diverse, speziell für Männer entwickelte Pflegeserien konventioneller Hersteller anschaut, dem wird schnell klar, was jetzt wirklich teuer ist. Oder anders, im Hinblick auf die Einleitung, formuliert: ich bin davon überzeugt, dass die Preise für konventionelle Kosmetik in den letzten Jahren überproportional angestiegen sind.

Wie dem auch sei, nach den ersten Wochen seit der Umstellung ist es zeit für ein erstes Resümee. Durch tägliches duschen (auf das ich für meinen Teil einfach nicht verzichten möchte) wird die Haut ausgelaugt und ist ungeschützt den Umwelteinflüssen ausgeliefert. Egal welche Seife oder welches Duschgel ich bisher ausprobiert habe, letztendlich war das Ergebnis immer das gleiche. Ohne Lotion oder fettende Creme nach dem duschen war meine Haut völlig ausgetrocknet.

Daher bin ich erstmal probehalber umgestiegen auf Lavaerde. Die stammt nicht von Vulkanen, sondern aus Bergstollen in Nordafrika. Das arabische Wort lavare, für waschen, gibt dieser Erde ihren Namen. Lavaerde wird in der dortigen Region schon seit Jahrhunderten zur Haut und Körperpflege eingesetzt. Der Reinigungseffekt von Lavaerde ist ein rein physikalischer, der Haut nicht belastet.

Natürlich könnte ich an dieser Stelle jetzt den Prospekt des Herstellers abtippen oder aber auf eine Auszug bei Wikipedia verweisen. Interessanter, zumindest für mich, ist aber eher, wie sich Lavaerde bei mir bisher ausgewirkt hat. Meine Haut ist deutlich weicher geworden, das Gefühl der Gespanntheit nach dem abtrocknen ist verschwunden. Ermutigt durch den Erfolg habe ich daher die Lavaerde auch phasenweise für die Haare verwendet. Auch hier konnte ich einen positiven Effekt feststellen. Die Haare glänzen stärker, die Spitzen sind nicht mehr so ausgetrocknet und auch ist es weniger aufwendig geworden, die störrische Natur meiner Frisur zu bändigen.

Angespornt durch die ersten Erfolge wird jetzt Stück für Stück das Badezimmer durchkämmt und jedes konventionelle Produkt durch eins aus der Palette der Naturkosmetik ersetzt. Mittlerweile gibt es von Herstellern wie Lagona und Wileda sogar komplette Pflegeserien für den Mann.

Es kann ja durchaus sein, dass der eine oder andere Mann dem Thema nichts abgewinnen kann, aber es gilt dabei zu bedenken, dass die Haut das wohl größte Organ des Menschen ist. Entsprechend sollte sie auch mit Rücksicht behandelt werden, denn nicht ohne Grund heißt es

Das geht mir unter die Haut

wenn man sich von bestimmten Dingen besonders berührt oder angegriffen fühlt. Ich für meinen Teil werde das Experiment erstmal weiterführen.

12 Replies to “Kosmetik für Männer?”

  1. Hmh, sinnig, da schifft und fährt jemand einen Haufen Dreck (sry, aber gemahlener Ton ist in meinen Augen nichts anderes) durch die halbe Welt und hier bezahlen die Verbraucher brav und nennen es „Naturkosmetik“, wobei allemal noch das Material natürlich ist …

  2. Na gut, da ist was dran. Trotzdem tut es meiner Haut gut. Und: Seife wird teilweise aus Knochenmehl hergestellt – also aus Bestandteilen von Tieren, die von der Aufzucht bis zur Schlachtung auch eine lange Reise hinter sich haben.

  3. Stimmt, dass Schlachtabfälle gerne mal etwas länger unterwegs sind ist auch kein Geheimnis mehr. Aber demnächst brauchen sie die Seife dann wenigstens nicht mehr färben. ;)

  4. Naturprodukte hin oder her, für mich ist es viel erschreckender wieviele Männerkosmetikprodukte es mittlerweile gibt und wieviele ich selbst nutze. Die Produkte werden nicht teurer, wir benutzen bloß immer mehr. Früher haben wir uns über die Frauen lustig gemacht, jetzt versteht man(n) sie…

  5. also diese erde ist nicht einfach dreck, da muß ich einem der anderen kommentatoren hier widersprechen… bzw. was ist „dreck“ denn? erde beinhaltet viele mineralien, das ist fakt. darum ist das zeug so gut. sogar zur innerlichen anwendung. nicht alles was gehyped wird ist ein fake.

  6. Ich wäre mit meinem Mann nicht mal ausgegangen, wenn er ungepflegt wäre. Daher ist Kosmetik wichtig, auch für Männer.
    Wir Frauen erobern die Welt, können schaffen den Spagat zwischen Famile und Beruf, können gleichzeitig gut aussehen, Mama sein und mal eben eine Konferenz leiten. Und Männer?
    Ihr Lieben, es wird Zeit, dass ihr auch gut riecht und auf das Nagelbett achtet, eine Pediküre schadet auch nicht.
    Daher: Super Beitrag!!!
    Ich hab angefangen Naturkosmetik zu benutzen, als ich schwanger wurde und meine Haut die anderen Cremes nicht vertragen hat.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren