Burma, in wenigen Monaten

Wir hier in Deutschland haben uns bereits vor 30 Jahren für den Weltfrieden eingesetzt, in dem wir Aufkleber mit weißen Tauben auf blauem Grund auf unsere 20-Liter Autos angebracht haben. Neben saurem Regen hat das sicher auch dazu geführt, dass der eine oder andere seine Turnschuhe gegen zum Maßanzug passende Lederslipper eingetauscht hat. Ehrlich, wir könne stolz auf uns sein. Aus jeder Demonstration für was auch immer sind wir immer ein kleines Stückchen mehr als bessere Menschen herausgekommen.

Wir sind auf dem besten Weg, zum moralischen Übermensch zu werden – auf anderen Gebieten ist uns das ja nicht gelungen. Brav trennen wir unseren Müll, spülen Plastikbecher aus, damit sich die Kinder in Afrika beim spielen mit unserem Wohlstandsabfall nicht die Finger schmutzig machen. Gerne packen wir uns für einen Tag einen Banner irgendwo hin, hinterfragen aber dummerweise nicht, aus welchen Sweetshop unsere T-Shirts kommen oder in welchem Land Kinderhände unseren günstigen Wohnzimmerteppich geknüpft haben.

Schwamm drüber, diese Woche ist Burma unser Thema. Interessiert uns eigentlich wirklich, was dort in ein paar Wochen passiert, passieren könnte? Mehrere Szenarien sind möglich, zwei davon sehr wahrscheinlich. Entweder die Militätjunta bleibt bei ihrem Kurs und schottet das Land weiter ab, oder aber es kommt zu einem Wandel. Wie aber wird dieser Wandel aussehen?

Genaues lässt sich nur schwer sagen, sicher aber ist, dass er nicht so sein wird, wie das ein nicht unerheblicher Teil derer glauben, die sich gestern an der Aktion Free Burma beteiligt haben. Warum ich das glaube? Weil es bisher in der jüngsten Vergangenheit in fast allen Ländern, die auf die eine oder andere Weise befreit worden sind, so war. Wenn die Miitätjunta faleln wird, dann wird sie Platz machen für eine Regierung, die nach dem Etikett möglicherweise demokratisch ist. Echte Demokratie aber wird es nicht geben, denn sie ist auch nicht im Interesse der Länder, die sich letztendlich am Sturz der Junta beteiligen und ihn, so bitter das klingt, erst möglich machen.

Im Interesse dieser Länder wird es sei, weltumspannenden Energiekonzernen den freien Zugang zu den Rohstoffen in Burma Zugang zu verschaffen, denn Burma ist nicht nur reich an Pagoden, sondern auch an Öl und Gas. Eine echte Demokratie, frei gewählte Politiker, sind da eher hinderlich.

Ich will ja wirklich keine Verschwörungstheorien auffahren, aber hat schon mal jemand recherchiert, wem das derzeitige Chaos im Irak nützt? Kann es nicht sein, dass unter der Schirmherrschaft des US-Miltärs dort westliche Konzerne ihre Geschäfte machen. Der Irak wäre demnach kein Krisengebiet, sondern eine durch Militärpräsenz gesicherte Freihandelszone. In Burma könnte das ebenfalls passieren.

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