Abgesang, bayrische Variante

So, nun ist er weg, der Problembär, äh, -minister, äh Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Edmund „Äh” Stoiber. In der CSU wird gehofft, dass er auch ja wegbleibt. Ob das auch gut so ist, wird sich in den nächsten Monaten zeigen. Auf Stoiber folgt aber nicht ein Ersatz, sondern gleich zwei Politiker, die jeweils eines seiner ehemaligen Ämter ergattern konnten.

Den Parteivorsitz übernimmt, so viel steht nach dem zurückliegenden Wochenende fest, nicht Frau Pauli oder Herr Seehofer (mein Favorit, wenn man das überhaupt als SPD-Mitglied so sagen darf), sonder der Huber. Nun denn. Bayer ist ja zum Glück weit weg.

Spannender als der Parteivorsitz dürfte der Posten des Ministerpräsidenten des Freistaats sein. Denn hat Günther Beckstein zugesprochen bekommen. Unabhängig von seinen politischen Qualitäten als Scharfmacher bei innenpolitischen Themen, wo er durchaus Wolfang Schäuble Konkurrenz macht (wenn auch nicht mit der selben verbissen Grundhaltung), ist Beckstein eine interessante Wahl. Zählt er doch als Protestant zu einer Minderheit in Bayern. Und dann Ministerpräsident? Entdeckt die CSU möglicherweise ein Herz für Minderheiten?

Was wird der Papst, der mit dem Freistaat ja quasi verheiratet ist, dazu sagen? Möglicherweise nichts, auch wenn mache wohl darauf hoffen werden. So interessant ein Evangelischer an der Spitze sein mag, letztendlich ändert sich nicht wirklich was. Die Wahl von Beckstein war purer Pragmatismus und, wenn man ehrlich ist, genau wie die von Huber nur eine zweite Wahl.

Man kann Stoiber lieben oder hassen, aber selbst politische Gegner kommen zu dem Schluss, dass die Fußstapfen, die er hinterlässt, für Beckstein und Huber mindestens zwei Nummern zu groß sind. So wie es von außen aussieht, hat die CSU nämlich das gleiche Problem wie andere Parteien auch. Ih fehlt der Nachwuchs, der nicht nur braves Parteipferd mit Stallgeruch ist, sondern auch noch Hallen voller Zuhörer in seinen Bann schlagen kann.

Schauen wir mal in die Zukunft, an das Ende der Amtszeit von Beckstein und Huber. Wird man sich an sie erinnern? Was bleibt von ihnen? Vermutlich nicht viel! Die Reden von Edmund Stoiber jedoch sind jetzt schon berühmt-berüchtigt. Wie kaum ein deutscher Politiker geistert er als Phantom durchs Internet, wird zitiert, persifliert. Ausschnitte seiner Reden wandert per eMail durch Büros, werden sogar aufs Handy verschickt.

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