Donner und Blitz

Weder gab es einen kräftigen Donnerschlag, noch blitzte es irgendwo, als ich am Samstag zum zweiten Mal im Jack Wolfskin-Store in Bielefeld auftauchte, um etwas zu reklamieren. Relativ höflich nahm eine der Verkäufer meine vor zehn Monaten gekaufte Jacke, Modell Thunder & Lightning entgegen. Die sah nach einmaliger Schonwäsche bei 30 Grad aus, als ob damit eine Jugendmannschaft Straßenfußball gespielt hätte.

Bereits vor der Wäsche war mir aufgefallen, dass an Stellen, die nicht gerade zu den typischen Verschleißstellen gehören, der Oberstoff merkwürdig dünn geworden war. Zudem waren das Garn einiger Nähte weiß geworden, was bei einer schwarzen Jacke nicht besonders hübsch aussieht. Mit Qualität hat das alles nicht viel zutun. Wäre die Jacke vom Wühltisch und hätte 29 Euro gekostet statt satte 200 mehr, dann würde ich das wohl durchaus verschmerzen können. So aber nicht.

Langsam fällt mir auch wieder ein, warum ich in der Oberstufe und im Zivildienst keine Jacke von Jack Wolfskin gekauft hatte – damals war der Ruf der Firma nicht der beste, was die Verarbeitung des Materials anging. Funktionskleidung von North Face und anderen waren wesentlich langlebiger.

Aus heutiger Sicht kann ich das noch mal bestätigen. So habe ich eine dreilagige Goretex-Jacke, die zwar aus modischer Sicht nicht mehr wirklich toll aussieht, aber nur minimalen Verschleiß aufweist, obwohl sie 14 Jahre alt ist und sehr intensiv genutzt wurde. Teilweise musste sie sich Dinge gefallen lassen, bei denen andere Kleidungsstücke schon längst kapituliert hätten.

Jedenfalls, um nicht von der zeit zu schwärmen, in der alles besser war: in etwa drei Woche werde ich wissen, was aus meiner Reklamation geworden ist. Für mich sieht es ganz klar nach Materialfehler aus, zumal auch andere Kunden von Jack Wolfskin im Internet über ähnliche Erfahrungen mit der Jacke bereits geschrieben haben.

Kommentar verfassen