Was aggressiv macht

Anlässlich der gerade stattfindenden Games Convention in Leipzig, die dieses Jahr zum ersten Mal zur weltgrößten Computerspiele Messe geworden ist, wird das Thema Gewalt erneut in den Medien hochgekocht. So genannte Experten werden befragt, ob Computerspiele aggressiv machen.

Nun, ich für meinen Teil bestreite schon länger, dass dem so ist. Zudem finde ich, dass es weitaus wichtigeres gibt, als darüber endlose Debatten ohne wissenschaftliche Fakten zu führen. Auf der anderen Seite weiß ich zum Beispiel, was mich aggressiv macht.

Zum Beispiel Raucher, die Nichtraucherzonen ignorieren und auch noch pampig werden, wenn sie denn höflich auf ihren Irrtum angesprochen werden. Ebenso aggressiv macht es mich, wenn ich morgens, noch halb im Schlaf, in der Stadtbahn Mitmenschen habe, die ihren MP3-Player so laut aufgedreht haben, dass ich die ganze Bahn mithören kann.

Wütend, ja aggressiv macht mich dummes Geschwätz über die Gefährlichkeit von Computerspielen und die Bevormundung erwachsene Staatsbürger. Erwähnen sollte ich auch Nachbarn, die in den Ruhezeiten mit einem Laubsauger unterwegs sind oder Falschparker, die mich dazu zwingen, vom Bürgersteig auf die Straße zu wechseln.

Ehrlich gesagt macht mich das sogar sehr aggressiv. Am liebsten würde ich ja manchmal – aber lassen wir das an dieser Stelle. Ich für meinen Teil kann mit Computerspiele den Stau von Aggressionen abbauen. Statt realer Gewalt nur virtuelle Gewalt.

Sicher bin ich nicht das Maß aller Dinge, würde mich aber dennoch zur These hinreißen lassen, dass Computerspiele, gerade auch die Ego-Shooter, eine therapeutische Wirkung habe. Soweit mir bekannt ist, gibt es auch wissenschaftliche Studien, die diesen Katharsis-Effekt belegen.

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