Dixie-Klo in Essen

Da mein Kollege Marc sich ja schon beschwert hat, das ich noch so gar nichts über die Loveparade geschrieben habe (wobei es ja eine Erwähnung während seiner urlaubsbedingten Abwesenheit gab), werde ich das an dieser Stelle mal nachholen.

Am kommenden Wochenende also wird aus Essen Deutschlands größtes Dixie-Klo, wenn sich zugedröhnte Veranstaltungsteilnehmer aus sämtlichen Körperöffnungen zu lauter Musik erleichtern. Wenn das Wetter mitspielt, hat die Stadtverwaltung Glück und der Dauerregen spült alles weg. Wobei es auch fast so aussieht, als ob die Loveparade eine fröhliche Feier im Regen sein wird.

Klar klingt da ein bisschen Häme bei mir durch. Es ist ja nicht so, dass ich anderen Leute den Spaß nicht gönne. Aber etwas zivilisierter könnten sie sich schon verhalten. Noch schöner wäre es, wenn endlich mal anständige Musik gespielt würde statt abgemischter Baustellenlärm.

Wobei mich das zu einer interessanten Frage führt:

Woran erkennt man, dass die Generation Loveparade alt geworden ist? – Daran, dass Techno auf WDR 4 läuft.

Sehr gespannt bin ich drauf, wie der durchschnittliche Essener Bürger nach dem Wochenende das Ereignis beurteilt. Der Großteil der Berliner Bevölkerung hat sich schon im Vorfeld gefreut, das dieses Jahr endlich Ruhe ist – schließlich ist Berlin ja schon lange keine besetzte Stadt mehr.

Essen aber, auf dem Sprung von der ehemaligen Zechen-Stadt zur Kulturmetropole brauch die Loveparade wohl so dringend wie die Jungfrau ein Kind. Ob eine verwüstet Innenstadt tatsächlich das Image aufbessern wird, werden dann ja am Montag sehen.

Sicher könnte ich jetzt noch stundenlang so weiter schreiben, aber ich habe das ungute Gefühl, dann demnächst vor einer leeren Kaffeetasse zu sitzen. Also lasse ich das lieber – oder trinke halt wieder mehr Tee.

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