Nachrichten aus der Kälte

Während immer mehr Menschen in Deutschland Kälte nur noch als sozial Kälte kennen, weilt die Kanzlerin zur Zeit dort, wo es noch wirklich kalt ist : in Grönland. Allerdings ist das dort nur noch ein temporäres Problem, denn da Eis in Grönland schmilzt rapide. Mittlerweile lassen sich vor Ort sogar schon Erdbeeren anpflanzen – Freiland-Erdbeeren, wohlgemerkt. Kein Wunder bei angenehmen 17 Grad in einer Region, die mal vom so genannten ewigen Eis bedeckt war. Aber Menschen war ja schon immer pfiffige Kerlchen, die ein Händchen dafür haben, auch so was zu ruinieren.

Zurück aber zur Bundeskanzlerin. Vermutlich möchte sich Atom-Merkel in Grönland persönlich vom sich vollziehenden Klimawandel überzeugen. Ehrlich gesagt kann sie auch gleich dort bleiben, auch wenn auf der Insel (noch) kein Pfeffer wächst (was wohl sicher nur eine Frage der Zeit ist). Derweilen also die Kanzlerin sich ein Wenig im Katastrophen Tourismus übt, was für die nächsten Jahre sicher nicht schlecht ist, wird in Deutschland anscheinend der Jahrestag der Hartz-Reformen begangen. Jedenfalls drängt sich auf Grund der massiven Berichterstattung dieser Eindruck auf.

Im Gegensatz zum Klimawandel hat das Thema ja einen entscheidenden Vorteil: Schuldzuweisungen sind viel einfacher. So ist, wer Hartz IV bekommt, der derzeit herrschenden Meinung nach immer noch selber Schuld. Im Rahmen der Berichterstattungen in den Medien fanden ich auch eine Hand voll Menschen, die durch die Reformen wieder in Lohn und Brot gekommen sind. Ebenfalls aufgetan wurden auch Bezieher von Arbeitslosengeld II, die sich angeblich einen faulen Lenz machen – wie das von 347 Euro gehen soll, bleibt allerdings ein Rätsel.

Wohl eher der Realität dürfte die Meldung entsprechen, dass ALG II, in Familien gerade mal zur Ernährung der Kinder mit Junkfood ausreicht, wenn es denn überhaupt eine warme Mahlzeit am Tag in den Familien gibt. Die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen plant daher, jedem Kind innerhalb einer bedürftigen Familie einen Euro als Zuschuss zum geplanten Schulessen zu geben. Da man damit aber nicht satt wird, müssen die Kommunen 50 Cent oben drauf legen und die Eltern des Kindes sich ebenfalls mit einem Euro beteiligen. Unklar in Zeiten knapper Kassen ist jedoch, woher die Städte und Gemeinden das Geld nehmen sollen. Das sind aber wohl nur irrelevante Zahlenspiele, denn tatsächlich werden sie nie in die Verlegenheit kommen, denn um in den Genuss der Förderung zu kommen, müssen die Eltern des Kindes wie gesagt einen Euro pro Tag aufbringen. Den dürften sie wohl kaum haben.

Möglicherweise lassen sich diese Probleme auslagern. Auslagern nach Grönland, wo aus Arbeitslosen Pioniere der Landwirtschaft werden. Also ein geheimer Plan von Frau Merkel, den Folgen des Klimawandels noch was positives abzutrotzen. Da die künftigen Bauern selbstverständlich auch irgendwo wohnen müssen, könnten amerikanische Investoren dort Immobilien bauen, die der deutsche Staat mit Steuergeldern und der Privatisierung der Bahn finanziert. Da würde dann der derzeitige Finanzkrise in Amerika entgegenwirken, ein weiteres Übergreifen auf die internationalen Finanzmärkte könnten ebenso wie ein Schaden am Wirtschaftswachstum verhindert werden.

Ein geniale Plan der Bundeskanzlerin! Gefährdet war er nur von einigen Mitgliedern der deutsch-itlaienischen Pizza-Bäcker-Gewerkschaft, die Grönland als ihr Rückzugsgebiet für Tiefkühlpizzen betrachten. Diese wurde aber am Mittwoch zum schweigen gebracht.

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