Unechte Flatrates

Unechte Flatrates

Manchmal ist es nicht nur interessant, in das Kleingedruckte zu blicken, sondern hilft auch, böse Überraschungen zu vermeiden. Vor ein paar Tagen flatterte bei uns Werbung von der Telekom ins Haus. Unter dem Moto Entspannt in den Sommer wurde die neuen Tarife für die Flatrate vorgestellt.

Auf den ersten Blick sehen sie um ein paar Euro günstiger aus als mein derzeitige Tarif bei der Telekom. Aber nur auf dem ersten. Wer nämlich die Fußnoten zu Call & Surf Comfort Plus ließt, der stößt auf folgenden, beunruhigenden Satz:

Telefonfaltrate gilt rund um die Uhr für Telefonverbindungen im City- und Deutschlandbereich der Deutschen Telekom. Bei Verbindungen in Netzte einzelner Anbiete erfolgt ein Zuschlag von 0,21 Ct./ Min.

Das mag zwar nicht viel erscheinen, kann sich aber schon im Monat auf eine nichtunwesentliche Summe anhäufen. Zumal es anhand der Nummer nicht ersichtlich ist, oder der Anschluss sich im Netz der Telekom befindet oder nicht. Andere Anbieter haben eine Flatrate für das gesamte Festnetz. Selbst bei meiner Flatrate von O2 für mein Mobiltelefon ist es egal, welchen Festnetzanschluss ich in Deutschland anrufe.

Mag sein, dass die Telekom derzeit wirklich jeden Cent gebrauchen kann, wo ihr doch die Kunden in Scharen davonlaufen. Ich bezweifle aber, ob dies der richtige Weg ist, denn Kundenfreundlich ist es auf keinen Fall.

Ich für meinen teil werde noch mal abklären, ob diese Klausel auch für meinen Vertrag gilt. Interessant ist auch, ob das bei Vertragsabschluss auch schon gegolten hat, denn wenn nicht, wäre das ein Kündigungsgrund, der mir die Warterei auf das reguläre Vertragsende ersparen würde.

12 Replies to “Unechte Flatrates”

  1. Hi,
    wäre prima, wenn du uns mitteilen könntest, ob da etwas dran ist. Wir müssen nämlich auch noch ein Jahr unseres Vetrages absitzen.

  2. Das leidige Thema mit der Telekom… Das die Telekom jeden Cent gebrauchen kann ist schon wahr, jedoch versteh ich definitiv nicht, wieso die anderen Anbieter wie freenet und wie sie alle heißen wollen die Telekom ruinieren wollen. Es wird niemanden helfen wenn die Telekom futsch ist. Und die Zeichen stehen so nahe wie schon lange nicht mehr. Dass dann zu solchen Methoden gegriffen werden muss ist nur allzu verständlich. Genauso wie die Techniker & Leitungen nur von der Telekom bezahlt wird und nicht von den anderen Anbietern, dass die Telekom dann kaputt geht ist verständlich, oder?!

    Gruß Danny

  3. Warum gibt es eigentlich immer wieder Menschen, die mit Halbwahrheiten die Telekom schützen wollen? Oder arbeitest Du da, Danny? Dann solltest Du aber wissen, dass Du Schwachsinn verbreitest!
    Für Alternativanbieter zur Telekom gibt es 2 Methoden: Die einen kaufen bei der Telekom „OnAir-Time“ und geben diese an den Endverbraucher weiter. Dazu benötigen sie keine eigene Hardware – außer zur Abrechnung und Kundenverwaltung – aber können nur schwer billiger verkaufen als das sie die Minuten bei der Telekom einkaufen.
    Die andere Variante ist, dass der Anbieter eigene Technik in den Vermittlungsstellen hat, eigene Backbones und auch die sonstige Technik selbst stellt. In diesem Fall wird von der Telekom nur die sogenannte „letzte Meile“, also die blanke Kupfer-Doppelader ohne Technik, gemietet. So arbeiten z.B. Arcor, Hansenet (Alice)usw. Und gerade mit dem blanken Kupfer wird es spannend… Die Leitungen wurden durch Steuergelder finanziert als die Telekom noch Bundespost hies – sind allso eigentlich Eigentum der Bundesrepublik. Trotzdem darf das Privatunternehmen Telekom dafür von den Mitbewerbern Gebühren kassieren! Diese hat die Regulierungsbehörde allerdings begrenzt… Die Telekom möchte dafür ernsthaft 17 € haben, verkauft aber an ihre eigenen Telefonkunden den billigsten Anschluss inklusive der erforderlichen Kundenverwaltung und Vermittlungstechnik für 16,95 €… Also sind die beiden Kupferdrähte alleine mehr Wert als die Technik der Telekom??
    Es gibt nur einem Weg: der Telekom die Leitungen weg nehmen, diese in staatliche Verwaltung geben und [u]alle[/u] Unternehmen müssen sich dort die Leitungen mieten – dies wäre gerecht und der einzige Weg das Telekommonopol zu beenden aber garantiert der Untergang der Telekom!
    Und ja, die Telekom hat immer noch eine deutliche Marktbeherrschung und dadurch de facto ein Monopol!

  4. Welche Unwahrheiten? Ich habe das selbe wie du gesagt, nur komprimierter.

    Woher weißt du diese Informationen, wieviel bezahlt wird so weiter?? Was wäre wenn diese Informationen nicht stimmen?

    Das beste Beispiel ist immer noch: Ich musste letztens im Namen eines meiner Kunden bei Arcor anrufen und dachte erst ich habe mich verwählt, es ging doch tatsächlich jemand mit dem Satz „Guten Tag Sie sprechen mit XZY von der deutschen Telekom im Namen von Arcor“. Soviel dazu dass Arcor, Alice und wer weiß nich noch wer eigene Techniker und soweiter haben. Ich könnte mir sogar vorstellen dass die Ihre Kunden in einer Exceltabelle verwalten. Was haben die denn schon großen Verwaltungsaufwand? Es wird doch alles an die Telekom weitergegeben.

    Gruß Danny

  5. Die Zahlungen sind öffentlich bekannt – Gebühren für die letzte Meile sind bei der Bundesnetzagentur, ehemals Regulierungsbehörde, einzusehen, die Kosten eines Telefonanschlusses bei der Telekom sind auf deren Homepage einzusehen… Anträge auf Erhöhung dieser Endgelde sind auch bei der Agentur einzusehen…
    Arcor und Hansenet haben eigene Techniker – die Telekom entstört nur auf der letzten Meile wenn vorher geprüft wurde, dass der Anschluss bis zur Übergabe auf die letzte Meile geht und die Endgeräte hinter der Anschlussdose beim Kunden auch in Ordnung sind…
    Mich würde mal interessieren welche Nummer Du da gewählt hast, Arcor hat 2 eigene große Call-Center für die Technik. Wenn man allerdings einen Neuanschluss bei einem alternativen Anbieter möchte, dann kann es sein das dafür die Telekom die letzte Meile schalten muss und man deswegen mit denen eine Termin vereinbaren muss – die lassen ja die Mitbewerber nicht an die Schaltschränke und Hausverteiler…
    Sämtliche Kundenverwaltung und auch sämtliche Technik kommt von Arcor oder Hansenet. Die Telekom hat überhaupt nichts mehr damit zu tun – abgesehen von den beiden Kupferadern vom Hauptverteiler bis in die Wohnung!
    Und ich bin mir da ganz sicher! Ich bin Fernmeldeelektroniker und habe 3 Jahre bei Arcor gearbeitet und dann noch 2 weitere Jahre für Arcor entstört. Bei Hansenet bin ich Kunde und hab mich dort auch mal um einen Arbeitsplatz als Techniker für die Entstörung beworben…

  6. Ich finde es schön dass du Fernmeldeelektroniker bist und dich auch mit der genauen Technik auskennst, doch ich kenne welche von Arcor UND Telekom und beide sagen mir das gleiche, du bist der erste der mir sowas sagt, aber ich denke es ist vernünftiger man beendet so eine Diskussion, das ist die selbe Diskussion wie die mit Linux und Windows ;)(Ohne Apple jetzt auslassen zu wollen, doch bei denen gibt es meist keine Diskussion)

    Ich denke jeder hat seine eigene Meinung zu dem ganzen und sicher auch seine Informationen.

  7. Also jedenfalls ist mir die Sache mit der „Flatrate ins Netz der Deutschen Telekom“ im Kleingedruckten schon aufgefallen, bevor sie jetzt alles umgestellt haben auf besser.
    Aber so eine netzinterne Flat haben andere Anbieter einfach schon inklusive. War ja auch mein Grund, zu wechseln :)

    ABG-Lesen will eben gelernt sein – und nötig ist es offensichtlich auch! ;)

  8. Bei allen Flatrates der Telekom handelt es sich von Anfang an um Produkte, die auf das Telekom-Festnetz beschränkt sind. Wer sowas abgeschlossen hat, wird in den AGBs auch diese Gebühr für Fremdnetze finden. Dummerweise reicht das nicht für eine außerordentliche Kündigung.

    Noch etwas Rabulismus: Der nackte Grundanschluss bei der Telekom kostet netto 13,50 €, brutto also nur 16,07 €. Die ersten Anbieter können seit kurzem auch Anschlüsse für unter 15 € brutto anbieten. Ansonsten kann ich Michael nur bestätigen.

  9. Ich telefoniere seit 1 Jahr über Flatrate; die 0,2 Cent waren damals schon Bestandteil des Vertrages. Im Gegensatz zu Accor kann man aber an den Preissenkungen auch bei laufendem Vertrag teilhaben – das und der potentielle Driss beim Umstellen lassen mich bei der T-Com bleiben.
    Im Durchschnitt kosten mich die Fremdcents übrigens ca. 2 Euros im Monat.

  10. Arcor gibt die Neukundenpreise in der Regel zwei Monate nach Erscheinen für die Bestandskunden frei. Manchmal kann man dann kostenlos wechseln, manchmal kostet es eine Wechselgebühr. Wonach Arcor das bestimmt ist mir zwar schleierhaft, aber es geht.

    Bei Versatel geht das nicht.

    Bei Alice hat man das Problem mit der Vertragslaufzeit nicht, dafür aber mit der Technik, wenn man nicht gerade in Hamburg wohnt.

    Wie das bei den anderen Anbietern aussieht, weiß ich nicht.

  11. Ich weiß, der Post ist jetzt doch schon etwas älter, ich wollte aber auch noch was dazu sagen.

    Und zwar wurden die 0,2ct nicht von der Telekom erhoben, sondern von den Providern die teilweise ein eigenes Netz (wie z.B. Arcor, NetCologne) besitzen. Damit hatten die (vorwiegend regionalen) Anbieter natürlich eine tolle Einnahmequelle gefunden. Folgende Szenarien standen für die Telekom zur Wahl:

    1.) NetCologne usw. blockieren Gespräche in deren Netz
    2.) Die Kunden zahlen 0,2ct pro Minute, können dafür aber in ganz Deutschland telefonieren.

    Was wäre euch lieber gewesen?

    Über die Flatrates von T-Mobile musste man diese 0,2ct übrigens nie löhnen, da hieß es schon immer „Flatrate ins deutsche Festnetz“ (wie auch bei den anderen Mobilfunkprovidern).

    Inzwischen ist es nicht mehr so, die 0,2ct sind weg gefallen.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren