Streikender Optimismus

Ich gebe zu, ich war zu optimistisch. Fest überzeugt davon, dass es nicht so schlimm sein wird, bin ich heute wie üblich aufgestanden und habe mich auf den Weg zum Bahnhof gemacht. Ja, ich habe Zeit gelesen, ja ich kann nicht behaupten, es nicht gewusst zu haben. Ich war aber davon Überzeugt, dass der Streik nicht so schlimm werden wird.

Dummerweise habe ich mich getäuscht. Der Streik ist tatsächlich sehr heftig – aber was will man auch anderes erwarten von Leuten, die 31 Prozent mehr Lohn wollen. Derzeit fahren keine Züge mehr, nicht nur im Fernverkehr. Bis nach Essen würde ich allenfalls mit dem Fahrrad kommen, wobei der kürzeste Weg über die Autobahn sicher nicht unproblematisch wäre.

Aber ganz im Ernst: besonders lustig finde ich den Streik nicht. Zugverspätungen und Zugausfälle gibt es bei der Bahn auch so, dass muss nicht extra angedroht und angekündigt werden. Im Normalfall habe ich für Streikend auch Verständnis, aber in diesem Fall nicht.

Sicher, ein Streik muss weh tun. Mir würde es nicht so viel ausmachen, wenn die Forderungen der Gewerkschaft Deutscher Lokführer nicht so absurd wäre. Einen eigene, von den anderen Bahngewerkschaften unabhängigen Tarifvertrag und die besagten 31 Prozent mehr Lohn fordert sie für ihre Mitglieder. Das die Bahn da nicht mit einverstanden ist, leuchtet ein.

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