Sing mir kein Lied

Im Grunde können wir jetzt, nach dem der Eurovision Song Contest 2007 vorbei ist, ohne große Worte in die Woche starten. Eigentlich. Denn es gibt natürlich wieder die notorischen Nörgler, die wie leicht bekleidetet Damen im Nachtprogramm stöhnen – aber während bei denen zumindest die Anruferzahlen stimmen, hat es für Deutschland dieses Jahr wieder nicht gereicht. Platz 19. Und BILD wittert schon die bulgarische Mafia.

Mal ganz ehrlich: Wer einen Sänger ins Rennen schickt, der nicht mal eine werberelevante Zielgruppe vor den Fernsehschirm lockt, der kann doch nur verlieren. Immerhin können wir doch noch dankbar sein, das der 19. Platz nicht der letzte ist.

Wie übliche werden sich wieder die Haare gerauft und die Frage nicht zum ersten Mal in den Raum gestellt, wie sich der ESC neu gestalten ließe. Statt komplizierter Konzepte gäbe es im Grunde eine einfach Lösung, die garantiert ein junges Publikum begeistern würde. Kehren wir noch mal zurück ins Nachtprogramm oder schauen uns die Werbung auf diverse Privatsendern mal näher an. Es fällt auf, dass Klingeltöne für Mobiltelefone massiv beworben und offensichtlich auch gekauft werden.

Nichts läge also näher, statt eines Wettbewerbs mit fraglichen Talenten einen Europäischen Klingelton Contest zu veranstalten. Wer für einen Klingelton stimmt, bekommt ihn direkt für sein Handy angeboten; gegen ein kleines Entgelt versteht sich. Am Ende siegt dann das Land mit dem Klingelton, der am meisten verkauft wurde.

Würde der Preis für einen Anruf einheitlich geregelt, also sagen wir mal 3 Euro inklusiv Klingelton kosten, würde sich dadurch auch ganz nebenbei wieder ein neues Gleichgewicht einstellen, denn das Zielgruppen relevante Einkommen dürfte in den osteuropäischen Teilnehmerländer doch noch etwas niedriger sein.

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