Ethische Kehrtwende

Ethische Kehrtwende

Bei tagesschau.de war gestern folgendes zu lesen:„Ethikrat will Zahl der Organspenden erhöhen” Ganz egal, wie jeder persönlich zu dem Thema steht, so sollte doch mal festgehalten werden, dass eine Spende eine freiwillige Gabe und keine Zwangsabgabe ist. Daher ist der Beschluss des Nationale Ethikrates, dass jeder, der zu Lebzeiten einer Organspende nicht widerspricht, automatisch zu Organspender wird, zumindest ethisch höchst zweifelhaft.

Sicher, es mag sein, dass wir in Deutschland definitiv zu wenig Organspender haben. Aber dies über so eine Zwangsreglung abzuändern, halte ich für den denkbar schlechtesten Weg. Der Respekt vor den Toten schwindet dadurch, lebensrettenden Organe werden zu Handelsware und nicht zu einem Geschenk des Lebens, denn längst ist aus der Organspende ein profitables Geschäft geworden.

4 Replies to “Ethische Kehrtwende”

  1. Also wenn man sich die Regelungen anschaut dann ist die (erweiterte) Widerspruchslösung für die meisten Europäer eh schon Fakt. Österreich hat er vor kurzem umgestellt aber bis sich das richtig auf die Statistik ausschlägt wird’s wohl noch dauern.

    Unmoralisch find ich’s eher mit meinem Ableben niemandem zu helfen.

  2. Viel Spass mit meinen Organen:
    – die Leber ruiniere ich in meiner Freizeit schon selber
    – -> die Nieren könnten es noch tun!
    – die Lungenflügel… joo, als ‚Gelegenheitsraucher‘ (1* im Jahr) könnten die noch taugen…
    – das ZNS ist eh nicht transpantabel
    – Hornhaut? – nach der Büroarbeit verkrümmt!
    – Fettgewebe mit eingelagerten Giften… wer mich kennt weiss, dass ich KEIN Fettgewebe besitze! ;)
    – Nieren … hatten wir schon, aber da fällt mir ein: aufgrund längeren Schilddrüsen-Hormon-Konsums sind die auch nicht so leicht zu verwerten…

    Langer Rede, schwacher Sinn: wer was Brauchbares findet (nach(!) meinem Ableben) darf es verwerten!

  3. Angesichts der Tatsache, dass viele viele Menschen grundsätzlich zum Spenden bereit sind, jedoch keinen entsprechenden Ausweis haben und im Todesfall die Angehörigen vllt. doch lieber dagegen sind oder einfach nicht fähig, dies zu entscheiden… angesichts dessen gibt es auch ohne Verpflichtungen viel Potential. Wie genau das umgesetzt wird, ist dann die nächste Frage ;)

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren