Selbstmörderische Verspätung

Fangen wir mal mit dem positiven Teil an. Ich weiß jetzt, wo in Essen die Mayersche Buchhandlung und Starbucks (praktischer Weise beides in einem) sind. Zu verdanken habe ich das einem Selbstmörder, der gestern irgendwo auf der Strecke zwischen Duisburg und Mühlheim seinem leben ein Ende gesetzt hat. Gut, das Wetter ist wieder schlechter geworden, aber das ist dann noch lange kein Grund.

Wer das jetzt für emotionslos hält, der hat noch die wesentlich härter Sprüche andere Pendler mitbekommen. Vielleicht findet sich ja irgendwann eine Gruppe von Reisenden, die einen Streckenguide herausbringt mit den besten Neben- und Güterzugstrecken für Lebensmüde – fern ab von den Hauptverkehrsstrecken.

Zurück aber in die Buchhandlung. Mir gefällt die Mayersche definitiv am besten (sicher hat sie auch Ratgeber für Krisensituationen). Die Auswahl an Fachbüchern, gerade auch im EDV-Bereich, ist sehr gut. Kein Vergleich zu der mager bestückten Thalia-Buchhandlung in Bielefeld.

Mit dem Starbucks wird die Buchhandlung dann noch besser. Gut, nicht jeder steht auf die Kaffee-Kette, aber ich mag sie halt. Ob dort vor Ort ein kostenloser WLAN-Zugang vorhanden war, konnte ich allerdings nicht ausprobieren, denn so viel Zeit hatte ich dann auch wieder nicht.

Eine Stunde später am Essener Bahnhof musste ich dann feststellen, dass die Strecke immer noch gesperrt war. Das Abwarten und Kaffee trinken hat in diesem Fall nicht geholfen, zumal der nachfolgende ICE auch wieder über Gelsenkirchen umgeleitet werden sollte. Eine Chance, ihn zu bekommen, hatte ich eigentlich laut Aussage des Bahnpersonals vor Ort nicht mehr.

Mit wenig Alternativen in der Hinterhand beschloss ich, trotzdem mit der S-Bahn nach Bochum zu fahren. Im Zweifelsfall wäre ich von dort besser weg gekommen, zumal das Risiko bestand, auch den letzten ICE des Tages in Essen auf Grund der noch andauernden Streckensperrung zu verpassen.

Um es kur zu machen und den Lesern die elendige Fahrt mit der S-Bahn zu ersparen: ich habe auf Grund wohl durch die Umleitung bedingte Verspätung den ICE noch in Bochum erwischt. Somit war ich dann nur eine Stunde später zu Hause. Hat aber auch gereicht, um den Tag kaputt zu machen.

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