Der Streik und die Telekom

Der Streik und die Telekom

Im Zusammenhang mit der geplanten End- bzw. Auslagerung von 50.000 Beschäftigten in eine neue Servicegesellschaft, die mit einer schlechteren Entlohnung bei gleichzeitiger Erhöhung der Arbeitszeit verbunden sein wird, eskaliert der Streit zwischen Telekom und ver.di (Wer, die? Ja, genau die Gewerkschaft) – jetzt droht ein Streik der Mitarbeiter.

Einige Kunden werden sich jetzt vermutlich verwundert die Augen reiben, da ihnen erst jetzt klar wird, dass die Mitarbeiter vorher nicht gestreikt haben, obwohl das in Anbetracht des Kundenservice der Telekom den Anschein hatte. Aber mal ernsthaft. Service und Preisstruktur der Telekom sind berüchtigt. Das auf diesem Felde dringender Handlungsbedarf besteht, dürfte eigentlich jedem klar sein.

Warum aber Mitarbeiter, die für ihre Tätigkeit im telefonischen Support eh schon nicht großzügig entlohnt werden, noch weniger bekommen sollen, ist schwer einzusehen, wenn gleichzeitig an anderen Stellen das Geld vernichtet wird. Für die Manager der Telekom daher hier, völlig gratis, ein kleines Geheimnis: Mitarbeiter werden nicht durch Gehaltskürzungen motiviert.

8 Replies to “Der Streik und die Telekom”

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  2. … was auch nicht übersehen werden sollte (egal, wie man der Telekom gegenübersteht):

    Wenn DIE das schaffen, ihre Mitarbeiter auszulagern und die Tarifverträge zu übergehen… wer sagt, dass andere Firmen nicht nachziehen?

    Zudem: was ist ein Vertrag noch wert, wenn er einseitig einfach so gekündigt werden kann???

    Langer Rede schwacher Sinn: ich kann den Streik nur zu gut verstehn und unterstütze ihn sogar (auch auf die Gefahr hin, mich unbeliebt zu machen!)

    JBJ

  3. Ich kann die Mitarbeiter auch verstehen, aber es ist auch klar, dass die Telekom mit den jetzigen Tarifen nicht konkurrenzfähig ist. Bei den Mitbewerbern werden schon lange niedrigere Löhne gezahlt und die hat diese angebliche Gewerkschaft ausgehandelt… Bei den Mitbewerbern hat verdi Lohndumping mitgemacht und somit dazu beigetragen, dass die Telekom im Verhältnis zu hohe Löhne zahlen muss…. Ich bin schon ganz froh nicht mehr in diesem „Gewerkschafts“konzern bin!

    Ja, ich bin immer noch gewerkschaftlich organisiert, aber in einer kleineren, branchenbezogenen Gewerkschaft.

  4. Ich finde es nur faszinierend, wir sind seit Jahren bei der Telekom hatten nie größere Probleme und auch der Service ist perfekt.

    Das große Problem der Telekom ist, ihnen wird per Gesetz vorgeschrieben was sie an die Mitbewerber für das Netz verlangen müssen, das sie ja schließlich beitreiben. Da die Mitbewerber wie O2, freenet und wie sie nicht alle heißen, keine Techniker ausbilden müssen, das ganze nicht betreiben müssen sondern nur Service machen müssen den sie im endeffekt nur an die Telekom weiterleiten und diese dann kostengünstig bearbeiten muss, kann die Telekom ihre eigenen Tarife nicht senken da sie die Kosten so einigermaßen decken müssen. Wo kann man das besser als in der Verwaltung? Nirgends!

    Ich versteh die Telekom, ich versteh den Staat, nur sollte der sich sehr schnell was einfallen lassen, sonst ist eines der größten deutschen Unternehmen bald weg vom Markt und der Staat hat ein größeres Problem – nämlich 1 Mio. Arbeitslose – das ist die Zahl die die Telekom beschäftigt, mit Unterfirmen und alles drum und dran.

    Das war mal meine Meinung zu dem ganzen…..

    MfG

  5. Wir sind auch schon einige Jahre bei der Telekom, und ich muss sagen der Service der Telekom wird meiner meinung nach oft schlecht gemacht. Ich finde die Telekom hat in sachen Service einiges gemacht, und wenn ich mir hier, bei mir zu hause vor meiner Haustür, fast schon wöchentlich die vielen anderen (SUPERTOLLEN) anbieter mit ihrer aggressiven verkaufstour anhören muss, so kann ich nur sagen: ich bezahle gerne etwas mehr für mehr Service..

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  7. TelekomMitarbeiter müssen streiken…?!!
    Die sind offensichtlich schon so abgehoben, dass sie nicht wissen wie gut es ihnen eigentlich geht.
    Wenn die „ehemaligen“ oder „fast“ Beamten (deren Dienstleistungsmentalität/Servicequalität TEILWEISE wirklich oft unter aller Sau ist) meinen streiken zu müssen, krieg ich das große Kotzen…

    Alle verlieren ihren Arbeitsplatz nicht, sondern müssen nur marginal mehr Stunden arbeiten…
    wie die meisten übrigens… 38- 40 h sollten wohl akzeptabel sein…

    ich kenne genügend Arbeitnehmer(INNEN), die dürfen NUR 20h (Woche für 8 Euro) arbeiten, damit der „sogenannte“ Arbeitgeber spart, die hätten gern 40… oder mehr, um ihr Leben zu finanzieren!!!

    Ich wünsch diesen verwöhnten „Arbeitnehmern“ die da streiken mal 1 Jahr Hartz IV, wo kaum 200 Euro neben den Mietausgaben etc. bleiben…
    dann wissen die vielleicht, wie gut es Ihnen eigentlich geht…

    Über die Konkurrenzfähigkeit dieses Konzerns mag ich nicht streiten. Unbestritten sind seine Wettbewerbsvorteile wie auch die öffentlich-rechtlich geborene MA-24-Mentalität (wer den Film aus Austria kennt, weiss wovon ich red). Immerhin setzt er zuweilen auch Zeichen, etwa beim Roaminggebühreneinstreichen, dort will man (noch vor den EU-Beschlüssen)nur mehr 59 Cent, auch wenn wirklich nur weniger als die Hälfte dessen tatsächliche Kosten sind…)

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren