Reis fürs Publikum

Reis fürs Publikum

Lüften wir mal ein gut gehütetes Geheimnis: Bloggen ist keine Religion. Der Wirbel, der derzeit darum gemacht wird, legt solch aber solche Vermutung nahe. Sicher, die Möglichkeiten, die das Internet so bietet, sind sehr spannend und auch interessant. Aber hey, noch ein Geheimnis: Schon vor mehr als 10 Jahren haben Menschen wie du und ich Texte im Internet veröffentlich. Also, nix besonders. Es gilt daher erstmal, wieder auf den Teppich runter zu kommen .

Nicht nötig ist es, um Blogs wie um ein goldenes Kalb herumzutanzen – selbst wenn sich einige mehr oder minder käufliche „Blogger” eine goldene Nase verdienen. Die Diskussion darüber, ob Blogger Regeln oder einen Kodex brauchen, ist eine Scheindiskussion. Für Text und Meinungen, die der Öffentlichkeit zugänglich sind, gilt der ganz normale gesetzliche Rahmen. Alles andere erinnert an die Verhassten Interpretation an sich schöner Gedichte im Deutschunterricht. Es wird versucht, ein Kontext zu schaffen, den es so nicht gibt.

Gerade dieser Versuch, einen Kontext zu schaffen, geht mir persönlich gegen den Strich. Ich blogge, nein besser, ich schreibe, weil ich es gerne mache. Das meine Text gelesen, teilweise auch kommentiert werden, schmeichelt, und das gebe ich unumwunden zu, meinem Ego. Auch können mir sicher bestimmten Absichten unterstellt werden. Diese dürften sich aber von anderen Menschen, die ebenfalls „bloggen”, unterscheiden.

Einen Verhaltenskodex benötige ich genauso wenig wie Menschen, die in ihrer Freizeit Leserbriefe schreiben.

Den Veranstaltern und Teilnehmern der re:publica in Berlin möchte ich an dieser Stelle zwei Dinge zurufen. Nehmt euch nicht zu wichtig und vor allem kommt nicht auf die Idee, einen Dachverband zu gründen.

One Reply to “Reis fürs Publikum”

  1. Kann ich unterschreiben. Wenn ich überlege, wie ich damals angefangen habe, mir ging es nur um eine Möglichkeit meine Kurzgeschichten einem Publikum zuzuführen. Später wurde dann etwas mehr daraus. Aber den Hauptgrund, die Texte, gibt es immer noch!

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren