Neue Zensurspiele

Gerade Politiker der C-Parteien sind derzeit ja bemüht, sich mit dummen Forderungen zum Thema „Killerspiele” hervorzutun. Aus Sachsen CDU-Landtagsfraktion kam gestern die Forderung, im Kampf gegen diese Art von Spielen elektronische Filter einzusetzen.

Das so ein Vorschlag aus Sachsen kommt, zeigt, bei aller Kritik an der Idee, das die dortige CDU sich zumindest um neue Arbeitsplätze Gedanken macht. Für viele arbeitslose ehemalige Stasi-Mitarbeiter wäre das die Gelegenheit, an vorhanden Erfahrungen mit der Zensur wieder anzuknüpfen.

Anderseits bedürfen die Äußerungen des CDU-Fraktionsvorsitzende Fritz Hähle

Die Verbreitung brutaler Video- und Computerspiele muss effektiv unterbunden werden. Die CDU-Fraktion schlägt dazu geeignete technische Maßnahmen wie beispielsweise elektronische Filter vor. Die Staatsregierung wird aufgefordert, sich im Bundesrat für notwendige Gesetzesänderungen einzusetzen. Der Besitz der so genannten Killer-Spiele muss verboten werden

einer Ergänzung. Folgendes wäre ein guter Vorschlag zur Qualitätssicherungen politischer Forderungen:

Die Verbreitung dummer und wissenschaftlich nicht belegbarer Maßnahmen muss effektiv unterbunden werden. Die Bürger der Bundesrepublik Deutschland (alle vier Jahre auch als Wähler bezeichnet) schlagen daher geeignete demokratische Maßnahmen, wie Beispielsweise die Überprüfung von Politikern auf Verfassungstreue und gesunden Menschenverstand, vor. Die Bundesregierung wird aufgefordert, bestehende Gesetze konsequenter anzuwenden und das Grundgesetz nicht zu verwässern. Eine Zensur sollte nicht auf der Grundlage von blindem Aktionsmuss erfolgen.

Im Vergleich zum europäischen Ausland hatte Deutschland ja immer schon einen Hang dazu, seinen Bürgern grundsätzlich erstmal zu misstrauen und diese wo es möglich war, zu überwachen. Es bleibt zu hoffen, dass diese unsägliche Killerspiel-Debatte bald im Sande verläuft und die Reglementierungen, wenn sie denn umgesetzt würden, am EU-Recht scheitern.

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