Verstand im Mixa

Verstand im Mixa

Irgend so ein dahergelaufener katholischer (was denn sonst) Bischof namens Mixa, der vermutlich so heißt, weil sein Verstand in einem Mixer püriert wurde, hat jetzt die Bundesfamilienministerin scharf angegriffen.

Es ist ja nicht so, dass Frau von der Leyen (CDU) mir persönlich wahnsinnig sympathisch ist, aber wenn ein Geistlicher (was das in diesem Zusammenhang mit Geist zu tun hat, der offensichtlich fehlt, ist mir schleierhaft) so tief in die Kiste des selbst in der CDU längst überwunden Konservatismus der 50er Jahre greift, dann ist es wohl angebracht, Frau von der Leyen zumindest vor solcher Idiotie in Schutz zu nehmen. Politiker der großen Koalition, darunter überraschend viele aus der SPD, sind bereits der Familienministerin unterstützend zu Seite gesprungen.

Was aber hat der Mixa (Püriertes ähnelt von der Konsistenz her dem Ergebnis eines Durchfalls) abgesondert? Zum einen warf der Frau von der Leyen vor, sie würde Frauen zu Gebärmaschinen degradieren, wenn sie für den Ausbau der Kleinkindbetreuung ausspricht, damit Frauen wieder früher ins Berufsleben einsteigen können (wohlgemerkt, können, nicht müssen, ein feiner Unterschied, der dem Bischof wohl absichtlich entgangen ist). Die Realität sieht an der Stelle völlig anders aus, den das Gegenteil ist der Fall. Frau von der Leyen stärkt das Selbstbestimmungsrecht der Frauen und will mit ihrer Politik dafür sorgen, dass Frauen eben nicht Gebärmaschinen und billige Hausangestellte sind, deren Lebensinhalt nur aus den drei K’s besteht (Kinder, Küche, Kirche). Das aber passt wohl dem Herrn Mixa nicht.

Ein sicheres Anzeichen für absolute Realitätsferne ist zudem, dass Mixa sozialdemokratisch mit sozialistisch verwechselt, wenn er über das Familienministerium und den dorrt bereits während der rot-grünen Regierung tätigen Mitarbeitern sagt:

Da herrschen immer noch die alten sozialistischen Vorstellungen, die jetzt mit dem Etikett „christdemokratisch” geadelt werden.

Das die Genossen, die teilweise ja noch nicht einmal mehr sozialdemokratisch sind, plötzlich und unerwartet sozialistische Tendenzen aufweisen, wäre mir absolut neu. Aber wenn denn die Politik der großen Koalition nach Ansicht von Bischof Mixa sozialistische Züge aufweißt, dann wird es sich wohl auch so verhalten, das die Aussagen von Mia auf ein Familien- und Weltbild schließen lassen, welches in Deutschland vor allem durch die Nationalsozialisten geprägt wurde.

2 Replies to “Verstand im Mixa”

  1. Ich glaube, wenn man mal die alte Männer/Frauen Leier beiseite läßt, dann sagt der gute Mann aber trotzdem etwas wahres:

    Wir brauchen eine familienfreundliche Gesellschaft, familienfreundlich Arbeitsplätze/Karrierechancen, familienfreundliche Finanzpolitik und so weiter.

    Was Frau von der Leyen im Moment betreibt ist eine Anpassung der Familien an die Wünsche der Arbeitgeber, damit die Frauen dem Arbeitsmarkt so früh wie möglich wieder zur Verfügung stehen. Selbstbestimmung hin oder her, viele Frauen und besonders auch Männer würden gerne 3 Jahre bei ihrem Kind bleiben, aber bei einer arbeitsplatzfreundlichen Familienpolitik und Gesellschaft, ist das leider nicht möglich.

    So rum gesehen, kann ich dem Mann in der Kernaussage nur recht geben. Alles andere halte ich für Haarspaltereien über eine Unbequeme Aussage…

  2. sarkasmus on
    Ja mei, der Mixa ist halt ein bissel verwirrt.
    Die von der Leyen ist mit ihren äh 7 Kindern ja auch als Gebärsmaschine bekannt. Da dachte er halt, da wird von ihr ein Masterplan ausgeheckt.
    sarkasmus off

    Stimme Cozmic da zu!

    Ich mag die Frau von der Leyen nicht.
    Das Problem bei dieser Frau ist, dass Sie in der Tat nur für Arbeitgeber handelt. Ja ja, ich weiss muss sie ja auch, denn die Spendengelder kommen ja aus der Industrie.

    Dennoch, mit ihr hätte ich eine Politikerin erwartet die wirklich für die Familien etwas tut.
    Egal jetzt ob aus reicher oder armer Schicht.

    Und was viele Bürger kaum wissen und daher auch ein Grund, jede Entscheidung dieser Frau mit Argusaugen unter die Lupe zu nehmen ist, das diese Frau ihre Kinder kaum allein erzogen hat.

    Ende letztes Jahr kam ein Bericht im Fernsehen das die gute Frau immer ein Kindermädchen und sogar eine Köchin im großen Hause von der Leyen hatte.

    Und nicht vergessen:
    Bei der Demokratie geht die Macht vom Volke aus.
    Das heisst, wir dürfen entscheiden wer uns wie eine Zitrone auspressen darf. :p

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren