Von wegen Killerspiele

Meiner persönlichen Meinung nach sind 3D / Ego-Shooter bei weitem nicht so schlimm, wie sie Politiker und Presse immer darstellen. Gerade Spiele wie Counter-Strike haben eine festen Rahmen und eine relativ einfachen Aufgabe: Siege über das feindliche Team! Den gleichen festen Rahmen und die selbe Aufgabe haben auch ganz reale Sportarten wie zum Beispiel Fußball. Bisher hat in den letzten Jahren noch niemand ernsthaft gefordert, Fußball zu verbieten, obwohl die Anzahl der Opfer, bei den häufig am Spielende erfolgenden Ausschreitungen alkoholisierter Massen, deutlich höher liegen dürfte.

Aber ich möchte an dieser Stelle nicht noch mehr Öl in das Feuer einer unsinnigen Debatte gießen, sondern das Augenmerk auf ein Gattung Spiel lenken, die wirklich bedenklich ist: Onlinerollenspiele wie zum Beispiel World of Warcraft. Diese Spiel weißt sicher nicht das vermeintlich Gewaltpotential eines Ego-Shooters auf. Vielmehr geht es darum, gemeinsam mit vielen anderen Spielern online Abenteuer zu erleben, neue Gebiete zu entdecken und die vielfältigen Möglichkeiten zu nutzen, seine eigene Spielfigur zu verbessern und ihr eine persönliche Note zu geben. Diese Spielfigur wird zur Repräsentation des Spielers in der virtuellen Welt.

Der Rahmen und die Aufgaben in WoW sind um ein Vielfaches größer und weiter gefasst. Dem Spieler bietet sich eine nahezu grenzenlose virtuelle Welt. Genau dort aber liegt die Gefahr, denn mit zunehmender Spieldauer sinkt beim Spieler das Bedürfnis, sich noch anderen Reizen aus der realen Welt auszusetzen. Wozu noch was anderes neben WoW machen, wenn das Spiel doch so viel bietet?

Für mich ergibt sich daraus folgende These: Je perfekter ein Spiel eine komplexes Welt simuliert, umso grenzenloser die Möglichkeiten sind, desto stärker ist das Suchtpotential eines Spieles. Bei World of Warcraft kommen noch zwei weitere Faktoren mit hinzu:

  • Es gibt kein vordefiniertes Spielziel, kein Ende, dass ein Spieler erreichen kann, um dann das Spiel als „besiegt” ins Regal zu stellen
  • Der Onlineaspekt des Spieles baut einen enormen Gruppendruck auf, der verhindert, dass es der Spieler sich eine Pause gönnt um Abstand zu bekommen. Wer WoW längere Zeit unterbricht, verliert den Anschluss, da andere schon mehr Aufgaben erledigt , mehr und bessere Gegenstände erworben haben. In den Worten der Spielmechanik bedeut dieser Fortschritt, dass der Levelunterschied zu groß ist.

World of Warcraft lässt sich nicht „mal eben spielen”. Wer es spielt, der läuft Gefahr, dass es für ihn zum Lebensinhalt wird. Einen äußerst lesenswerten Beitrag zum Thema gibt es im Software Guide .

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