Ein Hundeleben

Ein Hundeleben

Eigentlich würde dieser Artikel nicht in die Kategorie Gesellschaft gehören, sondern müsste unter Alltag einsortiert werden. Wie gesagt, eigentlich. Aber bei den Kategorien drücke ich ab und an mal ein Auge zu – besonders dann, wenn es wie in diesem Fall nicht ganz klar ist, ob es nicht doch ein Thema ist, was über den Alltag hinaus geht. Letztendlich kann jeder für sich entscheiden, wo er den Beitrag an meiner Stelle einsortieren würde.

Aber der Reihe nach. Der Hund meiner Mutter ist vor gut einer Woche auf Grund seines Krebsleidens eingeschläfert worden (ich erspare mir hier die Anmerkungen dazu, was ich von diesem euphemistischen Euthanasiebegriff halte). Meiner Mutter und ihrem Mann ging es danach verständlicherweise nicht ganz so gut, das sie sehr an dem Tier gehangen haben. Ihnen war klar, dass ein neuer Hund so schnell wie möglich her musste.

Nach intensiver Suche und Tierheimen im Umkreis von gut 200 Kilometern sind sie auch fündig geworden (Foto reich ich dann nach, sobald ich eins bekommen habe). Bevor sie den Hund aber adoptieren durften, besichtigte eine Mitarbeiterin des Tierheims das Haus meiner Mutter, um sich davon zu überzeugen, dass es der Hund gut haben würde.

In drei Woche erfolgt dann noch mal ein Kontrollbesuch. Dann wird auch noch mal festgestellt, ob sich das Tier eingelebt hat und zu seinen neuen „Pflegeeltern” passt.

Hunde haben es gut in Deutschland, scheint mir. Ich hätte mir so manches Mal gewünscht, wenn wieder von einem toten oder misshandelten Kind in der Zeitung zu lesen ist, dass Jugendämter die gleiche Sorgfalt hätten walten lassen.

4 Replies to “Ein Hundeleben”

  1. Guten Tag auch. Da könnte ich auch so manche Geschichte erzählen, aber was soll das auch ? In den Ämtern kümmert sich ja eh keiner – aber dann sind alle so betroffen. So argumentieren übrigens bei größeren, nenne ich es mal Verfehlungen sogar schon Anwälte. Ganz frei nach dem Motto: Mach mal, bis die (Amt) mal aus dem Quark kommen :-(
    Gruss
    Joerg

  2. Ja… Hunden geht es gut in Deutschland!
    Ich kenne Studenten-Wohnheime, deren Zimmer kleiner sind, als der gesetzlich vorgeschriebene Platz im Zwinger eines Schäferhundes…

    Traurig!
    JBJ

  3. In diesem Fall hat es der Hund aus dem Tierheim wirklich gut getroffen. Umsorgt und be(hunde)muttert wird er ins neue Heim begleitet. So weit so gut. Erschreckend ist der Vergleich mit missbrauchten, gefolterten, zu Tode gequälten Kindern; und doch so real. Woran liegt es eigentlich? Die Mitarbeiter in Tierheimen sind meines Wissens in den meisten Fällen ehrenamtlich engagierte Menschen. Sollten wir daraus folgernd unsere Jugendämter anders besetzen? Ehrenamtlich eben?
    PS. Als Hundehalterin frage ich mich allerdings auch, wo die behütende Kontrollorganisation für Welpen bleibt.

Kommentar verfassen

über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren