Sozialkiller

Sozialkiller

Das vielleicht vorweg: Nach wie vor bin ich der Meinung, dass so genannte Killerspiele nicht verboten werden sollten. Eine angemessene Alterseinstufung halte ich dabei für sinnvoll. Auch wenn mir in den letzten Tagen beim online spielen einige Dinge ziemlich gegen den Strich gegangen sind, so bleibe ich nach wie vor bei dieser Meinung.

Allerdings befürwortet ich stärker denn je, dass sich Eltern mit dem auseinandersetzen, was ihre Sprösslinge so hinter der verschlossenen Kinderzimmertür treiben. Das nachts Minderjährige in Spielen wie Rainbow Six: Vegas anzutreffen sind, die erst ab 18 Jahren freigegeben wurden, halte ich für bedenklich.

Viel schlimmer noch als das sind die Verhaltensweisen, die bei erwachsenen Spieler feststellbar sind. Neben den äußerst unsportlichen spawn campen, dem triumphierenden Gebrüll, wenn ein spielstarkes und in der Anzahl deutliches überlegendes Team den „Feind” vernichtend geschlagen hat erschreckt auch der Gebrauch von Wörtern, die wohl wieder als Schimpfwörter bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen gelten.

Mir sträubten sich die Nackenhaare, als über einen Mitspieler so gesprochen wurde:

… der Jude hat mich wieder von hinten erschossen…

Kritische Anmerkungen dazu führen in der Regel dazu, dass ich vom Host aus dem Spiel verbannt wurde. So gern ich auch online spiele, aber solche Erfahrungen tragen dazu bei, dass ich zunehmend die Lust verliere. Erstrecht dann, wenn sich Mitspieler aufführen wie im Kindergarten und meine, bestimmten Gegenstände im Spiel dürften nicht verwendet werden sondern nur die von ihnen festgelegten, damit sie auch ja nicht verlieren.

2 Replies to “Sozialkiller”

  1. Lieber Thomas, das ist die gleiche Krankheit, die mir damals das Counterstriken vermiest hat. Die soziale und menschliche Kompetenz vieler Spieler ist erschreckend. Verstärkt wird das ganze sicherlich durch die scheinbare Anonymität in der sich die Spieler wähnen. Da mutieren Erwachsene Menschen zum Unausprechlichen…

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren