Antisemitischer Rassist

Nehmen wir mal als Beispiel eine kleine mittelständische Firma, die auf Grund ihrer wirtschaftlichen Lage derzeit keinen Bedarf an zusätzlichen Arbeitskräften hat. Bei dieser Firma bewirbt sich ein aus Afrika stammender Mitbürger mit dunkler Hautfarbe. Der Personalleiter teilt dem Bewerber mit Bedauern mit, dass er nicht einstellen könne.

Würde jemand mit klarem Verstand auf die Idee kommen, den Personalleiter deshalb einen Rassisten zu nennen? Ich glaube nicht.

Lösen wir uns von diesem Beispiel und greifen einen tatsächlichen Fall auf. Wie bereits mehrfach erwähnt, soll die Paul-Gerhard-Kirche in Bielfeld verkauft werden. Dagegen setzten sich die betroffenen Gemeindemitglieder zu Wehr. Sie haben eine Bürgerinitiative gegründet, um den Verkauf zu verhindern. Die Lokalpresse schlägt sich auf die Seite der Bürgerinitiative, da sowohl der Verkauf als auch das gesamte Verfahren im Zuge der Verschmelzung zweier Gemeinden mehr als fragwürdig ist.

Im aktuellen Gemeindebrief nimmt die Superintendentin dazu Stellung und spricht Unverholen davon, dass sämtliche Gegner des Verkaufes Antisemiten seien, da die Kirche ja an eine jüdische Gemeinde verkauft werden soll. Der Verkauf stehe für eine Chance eines Miteinanders zwischen Juden und Christen – dagegen zu sein, verbietet die historische Verantwortung.

Ganz ehrlich: in meinem ganzen Leben bin ich noch nie so beleidigt worden. Es geht nicht um die Ablehnung einer anderen Religion, sondern um eine Ablehnung des Verkaufes und um den Widerstand gegen einen im höchsten Maße undemokratischen Prozess der Enteignung.

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