Antisemitischer Rassist

Antisemitischer Rassist

Nehmen wir mal als Beispiel eine kleine mittelständische Firma, die auf Grund ihrer wirtschaftlichen Lage derzeit keinen Bedarf an zusätzlichen Arbeitskräften hat. Bei dieser Firma bewirbt sich ein aus Afrika stammender Mitbürger mit dunkler Hautfarbe. Der Personalleiter teilt dem Bewerber mit Bedauern mit, dass er nicht einstellen könne.

Würde jemand mit klarem Verstand auf die Idee kommen, den Personalleiter deshalb einen Rassisten zu nennen? Ich glaube nicht.

Lösen wir uns von diesem Beispiel und greifen einen tatsächlichen Fall auf. Wie bereits mehrfach erwähnt, soll die Paul-Gerhard-Kirche in Bielfeld verkauft werden. Dagegen setzten sich die betroffenen Gemeindemitglieder zu Wehr. Sie haben eine Bürgerinitiative gegründet, um den Verkauf zu verhindern. Die Lokalpresse schlägt sich auf die Seite der Bürgerinitiative, da sowohl der Verkauf als auch das gesamte Verfahren im Zuge der Verschmelzung zweier Gemeinden mehr als fragwürdig ist.

Im aktuellen Gemeindebrief nimmt die Superintendentin dazu Stellung und spricht Unverholen davon, dass sämtliche Gegner des Verkaufes Antisemiten seien, da die Kirche ja an eine jüdische Gemeinde verkauft werden soll. Der Verkauf stehe für eine Chance eines Miteinanders zwischen Juden und Christen – dagegen zu sein, verbietet die historische Verantwortung.

Ganz ehrlich: in meinem ganzen Leben bin ich noch nie so beleidigt worden. Es geht nicht um die Ablehnung einer anderen Religion, sondern um eine Ablehnung des Verkaufes und um den Widerstand gegen einen im höchsten Maße undemokratischen Prozess der Enteignung.

3 Replies to “Antisemitischer Rassist”

  1. § 187 stgb: Wer wider besseres Wissen in Beziehung auf einen anderen eine unwahre Tatsache behauptet oder verbreitet, welche denselben verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen oder dessen Kredit zu gefährden geeignet ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe und, wenn die Tat öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) begangen ist, mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

    also anzeigen – schon alleine, um die wut über so eine unqualifizierte aussage loszuwerden…

  2. Was die Kirche im Moment aufgrund von „Geldmangel“ kahl schlägt ist unvergleichlich in der Geschichte. Diesen Raubbau an der Gesellschaft auch noch als Neubeginn zu verkaufen, wird die Kirche nur noch mehr Christen kosten. Leider…hier wurde ein Chance zur Modernisierung verpaßt und der Begriff an sich falsch verstanden.

  3. Unvergleichlich ist auch die Ignoranz und Kurzsicht vieler Menschen, die aus gesellschaftlich wichtigen Organisationen austreten. Es steht einfach immer weniger Geld für Personal und Gebäude zur Verfügung.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren