Tarifspiele

„…sagen sie Info oder drücken sie die eins.” Nein, ich möchte nicht minutenlang mit einer Maschine sprechen. Ich hab eine einfache Frage, von Mensch zu Mensch. Die nutzlosen Information, die ich vorgelesen bekomme, kann ich auch alle im Internet abrufen. Anscheinend aber hat O2 auf mich als Kunde keine Lust. Nach dem Prinzip der Gleichheit führt das zur Frage, warum ich dann als Kunde noch Lust auf O2 haben sollte, wenn diese mich gezielt mit Bandansagen vergraulen wollen.

Aber der Reihe nach. Eigentlich wollte ich nur wissen, ob auch O2 plant, eine Handy-Flatrate anzubieten, so wie zum Beispiel eplus und T-mobile. Die bisher von O2 angebotene Flatrat eist nämlich nicht wirklich eine, weil sie sich ausschließlich auf die so genannte Homezone bezieht, mir also unterwegs außerhalb der Homezone relativ wenig bringt.

Meine Erfahrung in den ersten vier Wochen nach ist meine Telefonrechnung fürs Handy deutlich zu hoch – geschätztes Anrufaufkommen zwischen 150 und 200 Minuten. Bei O2 wird das ganz schnell ganz teuer, da nur Gespräch zu einem anderen Genion-Kunden 3 Cent die Minuten kosten. Alle anderen Gespräche, gerade außerhalb der Homezone, sind teuerer. Bis zu 49 Cent die Minuten kann da ein Anruf kosten.

Zusammen mit der üppigen Grundgebühr von 9,99 Euro überschreite ich da schnell die magische Grenze von 25 Euro. Zu dem Preis bietet eplus mit Base eine Handyflatrate an. Gegen diese sprechen meine Erfahrungen mit dem Netz von eplus auf der Strecke von Bielefeld nach Dortmund. Oft genug heißt es. Kein Netz. Schlecht, wenn ich aus dem Zug anrufen möchte, weil dieser eine Verspätung hat.

Rein theoretisch wäre Base plus Prepaid für Nadine, die etwa 10 Euro vertelefoniert, eine gute Kombination. Nur ist da halt die Sache mit der Netzabdeckung. Hinzu kommt, das bei Base mit der Flatrate keine Gespräche in andere Mobilfunknetze abgedeckt sind. Diese müssen extra bezahlt werden.

Kommen wir aber wieder zurück zu O2, über die ich mich so aufgeregt habe. Bisher war ich eigentlich zufrieden. Der telefonische Service war, bei Vertragsabschluss, soweit ich mich erinnern kann, recht ordentlich. Das hat sich wie einleitend geschrieben, wohl geändert, genauso wie sich mein Telefonverhalten geändert hat.

Parallel dazu stellt mich keines der aktuell angebotenen Vertragshandys, die ich bei einer Verlängerung oder bei Neuabschluss erhalten würde, zufrieden. Entweder sind sie zu hässlich oder sie lassen sich nicht via Bluetooth mit dem Mac synchronisieren. Ich gehe auch stark davon aus, dass sich im nächsten Jahr einiges verändern wird was die Tarife sämtlicher Mobilfunkanbieter angeht. Eine Festlegung für zwei Jahre auf einen Anbieter zum jetzigen Zeitpunkt halte ich für falsch.

Zusammen gefasst hört sich das nach einem Prepaid-Tarif. Diese habe ich aus der Vergangenheit als teuer in Erinnerung. Ganz objektiv betrachtet lässt sich das aber nicht mehr halten. Viele Prepaid-Tarife sind deutlich günstiger als Vertragstarife. Auch wenn das Handy selber bezahlt werden muss, lohnt sich allen Anscheinend nach eine Beschäftigung mit diversen Angeboten.

Nach einem Hinweis von Oliver bin ich auf easymobile gestoßen. Die SIM-Karte kostet nur 10 Euro, die als Startguthaben umgerechnet werden. Jede Minute, egal in welches Netz, kostet 12 Cent. Untereinander telefonieren easymobile-Kunde für 4 Cent die Minute. Bei meinem Gesprächsaufkommen würde ich pro Monat damit etwa 40 Euro sparen – dafür gibt es zwar kein neues Handy, aber Gerüchten zu Folge wird Apple nächstes Jahr ein eigenes Mobiltelefon vorstellen. Das wird dann garantiert nahtlos mit meinem Rechner synchronisieren.

Ein nettes Detail am Rande hatte ich vergessen zu erwähnen. Wer als Neukunde die easymobile-Nummer eines Kunde angibt, erhält ebenso wie der Inhaber der Nummer fünf Euro Prämie für eine Freundschaftswerbung gutgeschrieben. Sieht wohl ganz danach aus, als ob ich heute die Kündigung für O2 schreiben und zu easymobile wechseln werde, falls nicht noch jemand einen Geheimtipp hat.

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