Etwas enttäuscht

Etwas enttäuscht

Manchmal bekomme ich den Eindruck, dass bei mir die Schaf-Gene überwiegen. Ich bin anscheinend einfach zu gutmütig. Da sitze ich dann an netten Plugins oder Themes für Menschen, die mir dafür Geld zahlen wollen, stelle auch was ordentliches auf die Beine (jedenfalls laut Feedback), aber die Bezahlung, ja die Bezahlung ist dann so eine Sache.

Ich finde es enttäuschend, wenn ich immer wieder daran erinnern muss, dass da was vereinbart war. Sicher, ich programmiere gerne. Aber ich lasse mich ungern ausbeuten. Wenn ich so meine eMails durchgehe, dann sind da noch diverse Anfragen anderer Leute. Nach Themes, Plugin-Wünsche etc. – soll ich mich darum wirklich noch kümmern? Was habe ich dann davon außer ein paar warme Worte (wenn ich Glück habe)?

Ein Blick auf den Stand meines Spendenkontos sagt viel. Bisher waren es nur wenige, die bereit waren zu spenden. Ein weiterer Blick in das WordPress-Forum und ich bin endgültig bedient. Warum tu ich mir das eigentlich an? Es muss wirklich an den Schaf-Genen liegen.

Da sich für mich in Zukunft einiges ändern wird, bedingt das auch, dass ich so einiges überdenke und ändere. Fangen wir aber mal positiv an. Es gibt da so ein Projekt mit einer Preisdatenbank, dass ich auf jeden Fall noch fertigstellen werde, was auch einfach an dem sehr netten Kontakt und dem Vertrauen liegt. Auch werde ich ein Zeitstempel-Plugin weiter betreuen.

Hinsichtlich myGallery wird die Entwicklung auch weitergehen, wenn auch deutlich langsamer als bisher. Fragen zum Plugin werde ich beantworten, wenn auch nicht sofort. Wer mir also ein eMail diesbezüglich schreibt, muss sich etwas gedulden.

Alle anderen Aktivitäten hinsichtlich Themes und Plugins werde ich stark einschränken – ausgenommen davon sind Stammleser des Blogs.
Ich bin einfach nicht mehr bereit, auf Zuruf meine Zeit zu investieren und mich mit vagen Versrechen abspeisen zu lassen.

Kurzum, ich bin einfach sauer.

14 Replies to “Etwas enttäuscht”

  1. Schade, dass sich deine Ansichten so grundsätzlich geändert haben. Das ein gut gemeintes „Danke“ für dich nur noch warme Worte sind und auf bare Münze mehr Wert gelegt wird. Wenn eine finanzielle Entlohnung ausgemacht wurde, dann ist es natürlich ärgerlich, dieser auch hinterher rennen zu müssen. Aber gerade das wordpress.de Forum folgt eher dem Motto „Helfen und helfen lassen“, ist gerade eine Anlaufstelle für Menschen, die sich vielleicht nicht einen professionellen Webdesigner leisten können – und deren „Danke“ dann auch wirklich ernst gemeint ist. Aber dieser Gedanke scheint – so zeigt es zumindest dieser Beitrag – bei dir völlig verloren gegangen zu sein. Wie ich schon sagte, schade.

    Der letzte Absatz vor deinem Statement wirkt übrigens arg lächerlich – nach dem Motto „Nur wenn ihr mein Blog lest kommt ihr auch in den Genuss meiner Hilfe“ – das solltest du eigentlich nicht nötig haben.

  2. @Jeriko: Ich sehe, ich muss da noch was erklären. Es haben sich über das Forum und meine Seite einige Anfragen ergeben. Themes und Plugins, die ich programmiert habe, wobei vorher eine Bezahlung vereinbart war. Meinen Teil habe ich eingehalten, aber auf das Geld warte ich noch.

    Das ich im WordPress-Foum nicht merh aktiv bin, liegt nicht am Dank oder der Entlohnung, sondern an was anderem, aber ich denke, das dürfte klar sein.

    Damit ich nicht falsch verstanden werde: Ich helfe wirklich gerne (auch völlig frei von Hintergedanken). Nur ausnutzen lass ich mich nicht. Den letzten Absatz können glaube ich nur die verstehen, die damit gemeint sind.

    Wie gesagt, es geht im Beitrag vor allem Dingen um „Aufträge“, bei denen ich hinter der Kohle herrenne. Ich komme mir dabei vor wie ein Bettler, obwohl ich doch eine Menge getan habe.

    Ich schließe nicht aus, dass mich der Frust heute morgen etwas übermannt hat.

  3. Ich denke mal, dass nicht wenige der Leute, die Dich um Deine Kohle prellen, mit ihrer Website direkt oder indirekt selbst Geld verdienen.
    Jeder, der sich Stammleser nennt, wird verstehen, wenn Du einfach mal Namen nennst. Das ist nicht weniger unfair als das, was die mit Dir abziehen. Und öffentlicher Druck hat selbst bei Siemens schon was gebracht.

  4. Dies scheint heutzutage leider normal zu sein. Lieber nehmen statt geben. Musste in letzter Zeit leider auch häufig erleben, dass sich manche Leute nur melden, wenn sie irgendetwas brauchen. Eine Gegenleistung? Fehlanzeige. Dabei geht es ja noch nicht mal um eine materielle Gegenleistung. Ein ernstgemeintes Danke reicht mir persönlich eigentlich schon. Es scheint aber ein generelles Problem der heutigen Gesellschaft zu sein. In Zeiten in denen der Staat mehr und mehr in die Tasche des Bürgers greift, werden diese (verständlicher Weise) leider immer egoistischer. Teilweise kann ich Deinen Beitrag nachvollziehen, aber bei der Sache mit den warmen Wochen muss ich mich meinem Vorredner anschließen. Sicherlich sollte Deine zweifelsohne gute Arbeit im Bereich WordPress auch gewürdigt werden, aber muss dies unbedingt in materieller Weise geschehen? Natürlich, sollte vorher eine Zahlung ausgemacht worden sein, so ist diese natürlich auch zu leisten. Keine Frage.

    Gruß

    infected

  5. Ich habe dafür größtest Verständnis. Das berühmte Prinzip „Ich reiche den kleinen Finger und irgendwann wird die ganze Hand genommen“ trägt nicht unbedingt motivierend zur ehrenamtlichen Hilfe bei. Es ist in finanzieller Hinsicht sicherlich nicht jedem immer möglich, einen kleinen Obulus zu entrichten. Sicherlich sehe ich es auch so, dass die meisten „Dankes“ auch grundehrlich gemeint sind. Aber das wird Thomas schon richtig einzuschätzen wissen, davon bin ich überzeugt ;-).

    Es kann auch nicht sein, „Druck“ auszuüben. „Mache endlich mal“ oder so ähnlich. Für mich kann ich das ja mal anführen: MyGallery – Da haut irgendwas nicht hin, also bekommt Thomas nicht nur die entsprechenden Zugänge und auch anderweitige Unterstützung von weiteren Fachleuten (der ich wirklich nicht bin und somit leider keine Hilfe sein kann). Aber das hat Zeit.

    Theme. Da hat ein Projekt, das ich mit aufbaue, ein individuelles Design bekommen. Hat keiner sonst, nur diese Seite. Und nur mit Thomas‘ tatkräftiger Hilfe, auf die er von mir auch nicht irgendwie zeitlich „festgenagelt“ wird/wurde, zumal ich selber ja mitunter gar nicht dazu gekommen wäre, mich daran zu beteiligen. Und das wäre ja wohl das Mindeste.

    Wie das Mindeste auch ist, zumindest im Impressum einen entsprechenden Hinweis anzubringen, wer denn so alles an der Seite mitgewirkt hat. Mir ist das ziemlich schnurz und auch nicht diskutabel. Das gehört für mich einfach mit dazu, tut nicht weh und ist eine Selbstverständlichkeit.

    Zum absoluten Hohn wird es dann aber, wenn man solche kostenlosen Hilfen in Anspruch nimmt und dann auch noch selber – in welcher Form auch immer – Geld verdient. An Unverschämtheit kaum zu überbieten.

  6. Ich bezweifle aber das es pfiffig ist wenn du hier öffentlich, unter deinem richtigen Namen, über geldwerte Aufträge/Nebeneinkünfte sprichst weil du das mit großer Sicherheit ja bis gestern noch nicht machen durftest, also einer selbstständigen Tätigkeit nachgehen.

  7. Da muss ich Dir beipflichten Nobbi! Wer sich auf den Lorbeeren anderer ausruht und damit auch noch „Ruhm und Reichtum“ erntet, der hat sicherlich keinen Anspruch auf unentgeltliche Hilfe. Bin ja leider noch nicht so lange dabei (und hab auch nicht das Wissen um selber was zu machen), sodass ich froh und dankbar sein kann, im Forum oder wo auch immer auf kostenlose Hilfe zurückgreifen zu können.

  8. @LeSven: Bis zu einem gewissen Satz darf man dazu verdienen, keien Sorge.

    @infected: Auf den Punkt getroffen. Es geht hier nicht um die Menschen, die im Forum nach Hilfe suchen bei Aufbau ihres eigenen Weblogs. Denen helfe ich selbstverständlich gerne, auch wenn ich mich ab und an über ein Dankeschön freue.

    Was mich ärgert, extrem ärgert, sind Leute, die dank meiner Hilfe Geld scheffeln (vielleicht etwas zu hart ausgedrückt), während ich leer ausgehe – obwohl was anderes vereinbart war. Falls sich von denen jetzt jemand auf den Schlips getreten fühlt: sorry, aber ich bin einfach echt entäuscht.

  9. @nobbi: Zum absoluten Hohn wird es dann aber, wenn man solche kostenlosen Hilfen in Anspruch nimmt und dann auch noch selber – in welcher Form auch immer – Geld verdient. An Unverschämtheit kaum zu überbieten.

    Entschuldige mal, aber wo lebst Du denn. Ich weiss ja nicht über welche Insider ihr hier sprecht, aber das was Du da schreibst ist doch tägliche Praxis.

    Wenn ich ein Problem habe – sei es nun hier im Büro oder privater Natur – dann Google ich. Und wo ich eine Lösung finde , ist mir wirklich ziemlich egal. Und ich bin auch noch nie auf die Idee gekommen – nicht mal im entferntesten – mich dann bei dem Forenbetreiber zu bedanken.

    Man nimmt und wenn man kann gibt man eben. Ich meine, so funktioniert das Web eben, oder nicht?

    Und generell zum Engagement in Foren und bei freier Software ( was ich auch beide schon mitgemacht habe). Wenn man messbaren Dank ernten möchte, muss man das eben entsprechend nach aussen tragen. Keine kostenlose Software, sondern Shareware oder Donaitionware. Bloss will man ja auf der Kehrseite meist als großzügig erscheinen. Also muss man sich schon mal aussuchen, was man denn will. Gut aussehen oder gut essen. Davon mal abgesehen, bekommt man statt Geld eben Fame. Davon kann man sich zwar nichts kaufen, es streichelt aber das Ego.

    @tboley: Und wenn man Sachen für Geld macht, sollte man in diesem Bereich eh sowas wie Ratenzahlung vereinbahren. Erste Rate bei Auftragsbeginn. Zweite Rate bei Abnahme, usw. Wenn man das im Vorfeld ordentlich vereinbahrt und am besten schriftlich fixiert (selbst bei kleinstbeträgen), hat man nachher auch keinen Ärger.

    Und mal so generell in den Raum gestellt: Hat denn schon jemand von Euch etwas php.net gespandet oder zurückgegeben? Oder mal dem phpMyAdmin-Projekt eine Spende zukommen lassen? Ich vermute mal eher nicht.

  10. jog, schonmal auf php.net nach donate gesucht?
    Im Übrigen teile ich deine Meinung überhaupt nicht. Wer soetwas schreibt, sollte sich vorher etwas im Blog einlesen.

  11. @jog: Na klar weiß ich auch, dass das recht blauäugig ist, aber das ist nunmal meine Meinung und mein Vorgehen. Wo ich eine Lösung finde, das ist mir im Zweifel natürlich auch egal, aber dennoch versuche ich, irgendwie mit dem Problemlöser in Kontakt zu treten und ihm ein Dankeschön zu sagen. Habe ich auch bei meinem Theme so gemacht.

    Aber ist denn meine Bemerkung deshalb wirklich so abwegig? Ist meine Meinung, ich handle danach. Jetzt und auch in Zukunft.

    Außerdem bin ich Mitglied im Team von http://www.pc-special.net. Das sind auch immer wieder meine Problemlöser, wobei das sogar noch ganz andere Ausmaße angenommen hat, denn man ist dicke befreundet und kennt sich auch persönlich. Nur bekomme ich da natürlich auch genau diese Problematik hautnah mit.

    Man darf da natürlich nicht jeden Anwender über einen Kamm scheren, das will hier glaube ich auch niemand.

  12. Ich brech‘ mir keinen Zacken aus der Krone und halte es für eine Selbstverständlichkeit, wenn ich Hilfe zu (m)einem Problem erfrage, ob Blog oder Forum, und Hilfe auch erhalte, dieses mit 5 Tastendrücker zu quittieren.
    Damit möchte ich durchaus den Helfer motivieren, weiterhin so zu agieren.
    Irgendwann profitiere ich auch wieder davon.
    Letztlich also ein Bummerang oder negativ: Teufelskreis.

    Ich finde es zudem Schade, das die „Zechpreller“ den Markt letztlich kaputt machen.

    Ulrich Wickert hat hierzu ein Buch mit dem passenden Titiel „Der Ehrliche ist der Dumme!“
    veröffentlicht.

  13. Also 1. wollte ich eigentlich nur danke sagen für dein wirklich gelungenes Galerie Plugin. Hätte ich es schon früher entdeckt, hätte es mir ein haufen Arbeit erspart. Hatte nämlich ein anderen eingebaut, und bekam dies nicht zum Laufen. Und Anleitung war nur teilweise vorhanden. Da ist deine Anleitung schon ein 26-bändiges Benutzerhandbuch :-)

    Und 2. kann ich meinen Mund auch zu den anderen Dingen nicht halten :-) ich bin halt so.
    Also ich finde es schade, wenn Leute Leistung erwarten, und dafür teilweise auch noch eine Gegenleistung versprechen, diese dann nicht liefern. Schade dass du schon so einen Frust hast, sonst hätte ich dir nur als Tipp gesagt „zuerst die Kohle, dann fang ich erst an zu coden“. Aber ich versteh deinen Frust wirklich sehr gut.

    Aber leider ist das nun mal so in einer Gesellschaft bzw Gemeinschaft (also hier im Internet) wo es vieles gratis gibt. Die Leute wollen nicht verstehen dass da trotzdem Leute dahinter stecken und Arbeit investieren und sie sich auch über ein paar Euronen freuen würden.

    Aber ich bin ehrlich, ich habe mir auch schon oft vorgenommen dem einen oder anderen Projekt ne kleine Spende zukommen zu lassen, und oft hab ich dann drauf vergessen oder wußte nicht mehr welches Projekt das nun war :-)

    Ich hoffe aber trotzdem dass du den Kopf nicht hängen lässt. Warum gehst du nicht einfach her, und bietest solche großen Plugins wie die Galerie, einfach nur noch eine kleine Spende an. Und wenn jeder nur einen Euro hergeben würde, ich glaub das würde deine Erwartungen bereits übertreffen.

    Huch schon wieder so viel geschrieben.

  14. „zuerst die Kohle und dann das coden“

    Na ja, so einfach ist das auch nicht. Letztlich geht es immer wieder um Leistung und Gegenleistung.
    Baust Du ein Haus und gibts das Geld gleich dem Bauunternehmen. Nein.

    Also muss so etwas entweder Zug um Zug, oder wie meines Erachtens aus eigenenr Erfahrung bei Thomas über eine gutes Vertrauensverhältnis gehen.

    Ich bin nicht gutgläubig, aber denke schon immer an das Positive, da bleibt es nicht aus, das man hin und wieder oder vielleicht einmal mehr enttäuscht wird.

    Die Untreuen machen den Markt kaputt, das ist das ärgerliche.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren