Antwort der AfA

Antwort der AfA

Das der Spruch „Was lange wärt, wird endlich gut.” nicht im jeden Fall zutrifft, werden wohl die meisten wissen. Wie dem auch sei, auf meine Beschwerde bezüglich der erstklassigen Beratung vom Arbeitsamt habe ich jetzt nach fast vier Wochen eine Antwort erhalten:

Sehr geehrter Herr Boley,

Sie haben sich unzufrieden über die bisherige Betreuung bei der Agentur für Arbeit geäußert. Dabei geht es u.a. um die Beratungsqualität und die Betreuungsintensität.

Zwischenzeitlich habe ich auch mit Herrn X gesprochen. Aus seiner Sicht ist er in der Beratung inhaltlich und persönlich auf Ihre jeweiligen Anliegen eingegangen und hat mögliche Lösungswege zur Arbeitsaufnahme mit Ihnen besprochen.
Nun ist es für Dritte sicherlich schwierig, Beratungsgespräche, die unter 4 Augen abgelaufen sind, im Nachhinein ausgewogen und sachlich zutreffend zu bewerten.
Es ist sicherlich nicht umsetzbar, in einem Beratungsgespräch neben der Erhebung Ihres Berufsprofils, den vermittlungsorientierten Themen auch die gesamte Palette denkbarer Förderinstrumente darzustellen.
Aufgrund Ihrer deutlich geäußerten Unzufriedenheit an unserer bisherigen Dienstleistung können wir uns an dieser Stelle nur entschuldigen und hoffen gleichzeitig, dass die Ihrem Wunsch entsprechende Zuordnung zu unserer Kollegin Frau Y von Ihnen als positive Veränderung wahrgenommen wird.

Ich möchte noch auf einige weitere Aspekte Ihrer Beschwerde eingehen:

Sie monieren, dass Sie lediglich 2 Vermittlungsvorschläge zu Beginn Ihrer Arbeitslosigkeit erhalten haben. Allerdings sind in den Bereichen, in denen Sie tätig waren, Eingliederungsmöglichkeiten und auch gemeldete Stellen im Vergleich zu den verfügbaren Bewerberpotentialen eher zurückhaltend zu beurteilen. Diese Erfahrung mussten Sie leider auch im Rahmen Ihrer Eigenbemühungen um Arbeit machen; ansonsten stünden wir nicht an dem heutigen Punkt.
Der Zeitraum bis zu einem Folgekontakt richtet sich aus Agentursicht individuell nach den Erfordernissen und arbeitsmarktlichen Einschätzungen, soll aber keinesfalls aussagen, dass es darüber hinaus keine Beratungsgespräche geben kann. Es ist Ihnen auf eigenen Wunsch jederzeit möglich Beratungstermine zur vereinbaren. Diese Initiative haben Sie in der Folgezeit auch wahrgenommen.

Was die Ablehnung der beantragten Förderung anbelangt, möchte ich zur Vermeidung von Wiederholungen auf das laufende Widerspruchsverfahren verweisen.
Ich möchte an dieser Stelle jedoch betonen, dass es bei der Entscheidung zur Nichtförderung des Bildungszieles Staatl. gepr. Informatiker beim b.i.b. International College ausschließlich um die Abwägung Ihrer Eingliederungschancen – auch unter Einbeziehung Ihres bisherigen Berufsbildes – im Ziel-Berufsfeld bei eher schwierigen Arbeitsmarktbedingungen geht. Diese Einschätzung wurde im Ablehnungsbescheid mit Daten konkretisiert.
Bei Feldern mit generell positiveren Einmündungschancen, z.B. im Rahmen betrieblicher Einzelumschulung, sind wir weiterhin gesprächsbereit.

Es tut uns sehr leid, wenn bei der Vielzahl unserer Kunden die Betreuung im Einzelfall nicht zur Zufriedenheit erfolgt. Wir sind dennoch täglich bemüht unsere Leistungen im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben möglichst kunden- und qualitätsgerecht zu erfüllen.

Mit freundlichen Grüßen

Z

Was soll ich zu so einer eMail noch groß sagen? Den Satz

„Allerdings sind in den Bereichen, in denen Sie tätig waren, Eingliederungsmöglichkeiten und auch gemeldete Stellen im Vergleich zu den verfügbaren Bewerberpotentialen eher zurückhaltend zu beurteilen.”

werde ich mir ausdrucken und aufhängen. Er wird durch die Tatsache, dass bei mir ein unzutreffendes und streckenweise falsches Profil angelegt wurde, fast schon amüsant.

15 Replies to “Antwort der AfA”

  1. Es muss doch ein schönes, entspanntes Gefühl sein, dies nunmehr unter anderem Blickwinkel betrachten zu können.

    Unter anderen Aspekten hättest Du den berühmten Strick nutzen können (Stichwort: UNVERMITTELBAR), der sicherlich aus sozialverträglichen Gründen dem Schreiben nicht beilag; hätte aber die Statisik verändert.

  2. Hallo Boley,

    wie lange bist du denn mittlerweile arbeitslos?
    Was hast du denn selbst getan?
    Warum hast du denn selbst noch nichts gefunden?

    Wir leben mittlerweile in einem tollen Land. Fast jeder macht nur noch andere aber wirklich für alles verantwortlich.

    Wir meckern, wenn der Staat Geld ausgibt – das ist ja nicht notwendig.

    Wir meckern, wenn der Staat uns nicht das bezahlt, was wir wollen.

    Also wenn zu mir jemand kommt, der Geld von mir haben will, dann beurteile ich, ob ich es ihm gebe und zwar nach den von mir aufgestellten Maßstäben.

    Wieso kann man eigentlich vom Staat etwas anderes erwarten – m.E. ist das sogar richtig, da es bei staatlichen Leistungen ja ebenfalls um unser Geld geht – oder zumindest um das Geld derer, die auch Steuern und Beiträge zahlen.

    Wenn – wie die Agentur für Arbeit schreibt – die Chancen in deinem Bereich schlecht stehen (stimmt das denn oder ist das falsch) solltest du dir vielleicht selbst mal Alternativen überlegen – zumindest wenn du wirklich arbeiten willst.

  3. @ Jon
    Wenn Du die Beiträge zum Thema gelesen hättest, wären 4 von 5 Fragen beantwortet gewesen.

    Dies stünde nicht mit deiner Predigt „Was hast Du denn selbst getan“ um dich umfassen zu informieren, so dass 4/5 deiner Fragen entbehrlich gewesen wären.

    Jon war also der Erste in der Reihe der „HIER“ geschriehen hat, als der Sozialstaat die Werbungskosten für Fahrten zur Arbeit gekürzt undletztlich gestrichen hat.
    Was ein Sozialstaat ist und bedeutet lernen wir täglich in der Diskussion um das Gesundheitsreförmchen.

    Wir erinnern uns ja gern zurück, als das Arbeitsamt jeden Mist förderte, ohne Rücksicht auf die Chancen im neumoderne Arbeitsmarkt II.
    Man darf aber durchaus die Sache heutzutage differenzierter sehen.

    „Wir meckern, wenn der Staat Geld ausgibt – das ist ja nicht notwendig.
    Wir meckern, wenn der Staat uns nicht das bezahlt, was wir wollen.“

    Der Bezug des ALG I bezieht sich ausschließlich auf Leistungen die der Arbeitnehmer im Berufsleben erbracht hat (AL-Versicherung) und keine „zusätzlichen“ Leistungen; der von Dir beschriebene Umstand kommt dann erst mit dem Bezug des ALG II.
    Der Herr Hartz hat letztlich den Anstoß gegeben, den Frau Merkel mit „fördern und fordern“ weiterführt.

    Das nur so dahingesagt!

  4. Bei Sätzen wie „zumindest wenn du wirklich arbeiten willst.“ könnte ich kotzen. Spar dir den Unterton, denn das hier ist mein Blog. Und ja, ich will arbeiten. Ich sitze hier nicht den ganzen Tag rum, schaukle meine Eier und zieh mir Privatfernsehen rein.

    Nur so mal zur Info, für alle die, die nicht regelmäßig im Blog lesen:

    Ich bin seit Dezember 2005 arbeitslos (gewesen, denn zum Glück habe ich ab Oktober wieder eine Stelle). In der Zeit habe ich rund 200 Bewerbungen geschrieben. Warum mich keiner haben wollte, dürfte aus meinem Lebenslauf hervorgehen (siehe wer zum): Ich kann und weiß zwar so einiges, habe aber mein Studium abgebrochen. Für viele Arbeitgeber ein Stigma.

    Seit Dezember habe ich meinen Berater danach gefragt ob und was geförderte wird durch die Agentur, damit ich bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt bekomme. Seine einfach Antwort: Nix. Da ich nicht von Brot und Wasser leben kann, wäre ich auf eine Unterstützung angewiesen.

    „zumindest um das Geld derer, die auch Steuern und Beiträge zahlen“

    Nette Aussage. Ich hab selber Jahre lang eingezahlt. Solidarität scheint für manche Menschen ein Schimpfwort zu sein.

    Mein Berater hat mich wissentlich oder unwissentlich falsche beraten, denn es hätte sehr wohl einen Anspruch auf Förderung gegeben. gesagt hat er mir das erst, als es keine Chance mehr für mich gab, diese auch tatsächlich in Anspruch zu nehmen. Wie ich auch oben geschrieben habe, wurde meine Daten nicht vollständig und zum Teil falsch erfasst.

  5. auch noch nen Nachtrag:

    Es ziemt sich ja nicht, aber ich finde es „dummdreist“ nach der wirklich überholten Stammtischparole „Wer arbeiten will, der findet auch was“ zu argumentieren.

    Bei einem mitunter solch sensiblen Thema, erwarte ich eine differenziertere Argumentationskette dieser THESEN !!

  6. Nochmal zu Jon:

    Zum Thema Geben und Nehmen und die damit verknüpften Erwartungen:

    Gerade habe ich meine Vergütungsabrechnung erhalten.
    Darin enthalten ist eine tarifliche Einmalzahlung in Höhe von EUR 100.
    Dies teilt sich später auf in: Gesetzliche Abzüge 60,50 EUR, Auszahlung: 39,50 EUR.

    Mein Lieber, das darf ich wohl ein wenig Kritikfähigkeit am Sozialstaat angebracht sein!

  7. und nachträglich meine 5 Cent zu diesem Thema:

    als Dipl.Biol. habe ich keine 200 Bewerbungen geschrieben, einfach, weil es nicht genügend Stellenangebote gibt. Das Beste, was ich gefunden habe war Blutspurenschnüffler des LKA Hannover (hätte ich liebend gerne gemacht, kein Shice!, war genau die Tätigkeit, die ich während des Diploms erlernt habe… nur mit Spinnen-DNA statt Menschenblut!).
    Aber leider wollten die einen Doktor. Nuja, meine alte AG wollte sich aber mehr auf Fledermäuse werfen, daher konnte ich nicht promovieren, andere wollten mich gar nicht erst haben.

    ‚Pharmavertreter‘ wollte ich auch nicht machen, da gingen ca. 800 Stellenangebote an mir vorbei…

    Irgendwann hat mich die Arge in einen Schnellkurs BWL gepackt, und das war (neben den Lehrinhalten) das Beste, was mir passiert ist, in den letzten Jahren. Habe tolle Leute kennengelernt, Selbstbewusstsein aufgebaut, und meinen jetzigen Chef kontaktiert. Und *schwupp* – nein, Jon, hatte ‚ich nicht eine Stelle, die jeder kriegt, der es nur möchte‘ – hatte ich eine Stelle. Es ist definitiv nicht biologisch angehaucht… noch nicht! … aber es ist ein Einstieg ins Berufsleben!

    MfG

    JBJones, der sich heute mal nicht so kurz gefasst hat wie sonst!

  8. Na prima – ein getroffener Hund bellt ???

    Aber mal zur Sache.

    1 Jahr arbeitslos – dann dürftest du ja, wenn man den rein finanziellen Aspekt betrachtet, einen zumindest gewaltigen Anteil deiner Beiträge zurück haben.

    Und was weiter oben die Anmerkung betrifft, dass dein Berater dich nicht auf Ansprüche bezüglich einer Förderung informiert hat, obwohl du sie deiner Meinung nach hattest –> mach dich mal sachkundig (am besten auch bei sachkundigen Personen – Juristen) – es gibt keinen Rechtsanspruch auf berufliche Weiterbildung. Um einen solchen zu erlangen sind weitere Voraussetzungen zu erfüllen.

    Aber noch mal zur Sache – dass hier so „hart“ diskutiert wird, erfüllt eigentlich schon den Sinn meines Beitrages.
    Ich möchte niemandem zu nahe treten, allerdings möchte ich deutlich klar machen, dass es nicht nur ja und nein gibt.

    Natürlich kann man nicht – wie in meinem obigen Beispiel in einem Sozialstaat argumentieren, dass man mit einer gewissen DAuer der Arbeitslosigkeit seine Beiträge wieder herausbekommen hat. Genau für solche sogenannten Wechselfälle des Lebens – nämlich Arbeitslosigkeit – ist die Leistung Arbeitslosgengeld ja geschaffen worden.

    Genau so wenig ist die Angabe statthaft, wenn ich von 100E 30E an Abgaben habe, steht mir auch etwas zu – genau diese Haltung ist es, die ich hier moniere !!!!

  9. @Jon: Hör mal zu Sportsfreund, deine arogante Art ist hier weder angebracht noch erwünscht. Ich wünsche dir vom ganzen Herzen, dass du selber mal arbeitlos wirst und am eigene Leib erfährst, was das bedeutet. Vielleicht kommst du dann ja von deinem hohen Ross runter.

    In meinem Fall gab es eine Rechtsanspruch, also einfach mal die Klappe halten, wenn man keine Ahnung hat oder zu faul ist, die Hintergünde in den anderen Beiträgen nachzulesen.

    Da das hier mein Blog ist, werde ich den nächsten dummen Kommentar von dir löschen. Auch deshalb, damit du dir nicht einbildest, du hättest hier irgendwelche Verdienste errungen.

  10. Es ist müßig mit Leuten zu diskutieren, die drittklassige Firlefanz-Argumente in nicht zusammenhängenden Reihenfolge aus sich herauspressen, lediglich um sich selbst zu beweihräuchern.

    Nicht zum ersten Mal sage ich, jon, dass Du die Sachen genau lesen solltest, bevor du etwas dazu sagst.
    Damit ziehe ich meinen imaginäre hut und cancel das Abo dieses Beitrags.

  11. Wie gesagt, ich kündige nicht nur an…

    „Nun mein letzter Beitrag hierzu – das ist wirklich kein Niveau auf dem man sachlich diskutieren kann.“

    Wer hier auf welchem Niveau diskutiert, lassen wir mal dahingestellt. Daher verschwand dann auch der Kommentar, wie versprochen im Müll.

    Mein Blog, meine Entscheidung. Wem das nicht passt, der kann sich gerne bei ebay eine Packung Taschentücher ersteigern.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren