Frauenfeindliche Spardemokratie

Frauenfeindliche Spardemokratie

Es scheint so, als ob ich irgendwie etwas verpasst habe. Bisher bin ich immer davon ausgegangen, dass sich die Erwerbsquote von Frauen durch entsprechende Fördermaßnahmen, durch Chancengleichheit bei der Stellenvergabe und durch gleichen Lohn für gleiche Arbeit erhöhen ließe.

Mir wäre nie in den Sinn gekommen, es statt dessen mit Sanktionen zu versuchen. Nein, nicht mit Sanktionen gegenüber Firmen und Macho Männern, sondern mit Sanktionen für Frauen.

Wirklich erstaunlich, dass noch keiner vor dem aus Bielefeld stammenden wirtschaftspolitischem Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rainer Wend, auf diese Idee gekommen ist. Wendt fordert nämlich jetzt deutliche soziale Einschnitte bei Frauen um, wie gesagt die Erwerbsquote von Frauen anzuheben.

So soll unter anderem die Witwenrente gekürzt werden, das Ehegattensplitting und die beitragsfreie Mitversicherung von Ehefrauen abgeschafft werden. Da bisher

trotz überdurchschnittlich guter Schul- und Berufsbildung bei Frauen Talente brach liegen

so Wend, wäre das wohl eine völlig Neue Methode der Frauenförderung. Mir stellen sich dabei jedoch zwei Fragen. Ist Wend noch Sozialdemokrat? Und wenn ja, war es vielleicht doch ein Fehler, Mitglied in so einem Verein zu werden?

Eins steht auf jeden Fall fest. Für so einen würde ich keinen Wahlkampf machen.

3 Replies to “Frauenfeindliche Spardemokratie”

  1. Ein mal mehr stellt sich mir die Frage, mit welchen Argumenten die SPD dich ködern konnte. Vielleicht bin ich ein gebranntes Kind. Einst Mitglied der Grünen, jetzt genug für Parteien für lange Zeit, aber dennoch…?

  2. Herr Wend scheint die Realität nicht zu kennen. Für „neue Witwen“ (klingt irgendwie komisch) ist die kleine Witwenrente doch sowieso schon a) vom Betrag her klein (so heißt sie ja deswegen auch) und b) zeitlich limitiert.

    Angesichts von a) arbeiten ja eh noch genügend Witwen neben der Rente.

Kommentar verfassen

über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren