Fördern und fordern

Meine Erfahrungen mit der Agentur für Arbeit waren bisher durchwachsen, aber was ich heute erleben musste, ist wohl wirklich eine absoluter Höhepunkt. Nach nur neune Monaten und ständiger Nachfrage meinerseits wurde mir am Montag vom meinem Berater mitgeteilt, dass es in meinem Fall möglich wäre, eine Förderung vom Arbeitsamt zu bekommen, wenn ich eine Berufsausbildung mache. Wenn ich mich täusche, läuft das wie auch Weiterbildungsmaßnahmen unter der Flagge eines so genannten Bildungsgutscheins.

Gestern bin ich dann auf ein Angebot eines Bielefelder Bildungsträgers gestoßen, wo eine zweijährige Ausbildung zum Wirtschaftsinformatiker angeboten wurde. Laut Internetseite des Trägers bestünde dafür auch die Möglichkeit einer Förderung durch die Agentur für Arbeit. Dieser, bzw. meinem Berater habe ich dann umgehend eine eMail geschrieben, um mich darüber zu erkundigen, ob es dafür tatsächlich eine Förderungsmöglichkeit für mich geben würde.

Bis jetzt habe ich noch keine Antwort erhalten. Wäre auch nicht weiter schlimm, denn schließlich wissen wir ja, dass die Mühlen der Agentur immer dann besonders langsam mahlen, wenn es um Ansprüche der Kunden geht.

Nun ist es aber so, dass meine Mutter in Wesel auch bei der Agentur arbeitet (nicht als Beraterin, wohlgemerkt). Daher war sie sehr verwundert, dass in meinem Datensatz drin steht, mein Berater hätte heute morgen mit mir telefoniert und mir gesagt, dass die Maßnahme nicht gefördert werden kann.

Über letzteres lässt sich diskutieren. Ich werde mich heute auch im Rahmen einer Informationsveranstaltung des Bildungsträgers schlau machen, ob dem tatsächlich so ist. Die Ausbildung zum Wirtschaftsinformatiker würde im Oktober starten, das heißt, sie würde noch fristgerecht für mich beginnnen.

Auf einem ganz anderen Blatt steht aber das Memo meines Beraters. Das Telefon lag die ganze Zeit neben mir, eben weil ich auf einen Anruf oder eine eMail gewartet habe. Medizinisch liegt bei mir kein Befund auf eine Demenzerkrankung vor, was bedeutet, ich müsste mich da erinnern, mit meinem Berater heute morgen gesprochen zu haben. Da ich das nicht kann, ist es wohl sehr wahrscheinlich (was sich auch an den Daten aus der Telefonanlage belegen lässt), dass er heute morgen nicht angerufen hat.

Rechtlich möchte ich das jetzt in keinster Weise werten. Ich mag mir auch nicht ausmalen, was mit Kunden passiert, die keine Mutter bei der Agentur für Arbeit haben, die sie auf solche Diskrepanzen hinweisen kann.

Sollte das mit der Maßnahme nichts werden und ich auch bis Dezember keine andere Option finden, mit der ich dem Abgleiten ins Arbeitslosengeld II entrinnen kann, so werde ich auf jeden Fall deutliche Worte finden, wenn mich jemand künftig fordern will bei der Agentur.

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