Wochenend Crashkurs

Wochenend Crashkurs

Die jüngsten Äußerungen von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück lassen nur einen Schluss zu. Der Mann hat eines dieser Crashkurs-Bücher gelesen. Vermutlich „In 48 Stunden zum CDU-Mitglied” oder „Raubtierkapitalismus für Anfänger”.

Seine Äußerungen, Arbeitnehmer sollten auf Urlaub zur Finanzierung ihre Altersversorgung verzichten, wären sonst nur sehr schwer nachzuvollziehen. Kann aber auch sein, dass im während seines Urlaubs in Usedom irgendwas nicht bekommen ist. Vielleicht eine Fischvergiftung, die Halluzinationen hervorruft oder so was ähnliches.

Aber mal im Ernst. Abgesehen davon, dass sich die Tourismusindustrie über seinen Vorschlag wenig freuen dürfte, hat der Genosse Steinbrück auch vergessen, wofür der Urlaub eigentlich da ist: zur Wiederherstellung der Arbeitskraft. Daher haben nicht nur Arbeitnehmer, sondern auch die Arbeitgeber ein Interesse am Urlaub. Es sei denn, der Trend zum verbrauchenden Arbeitnehmer weitet sich aus. Ähnlich wie bei anderen Ressourcen wird dessen Arbeitskraft solange ununterbrochen genutzt, bis sie sich erschöpft hat. Anschließend wird der so Ausgelaugte dann über die Agentur für Arbeit als Restmüll entsorgt.

Ein sehr treffendes Zitat in diesem Zusammenhang stammt von Gregor Gysi:

Das Problem in Deutschland ist nicht der Urlaub, den Millionen ohnehin nicht antreten können, sondern Politiker, die den Menschen ihren Urlaub nicht gönnen.

Dem ist wohl so. Interessant auch, dass selbst Guido Westerwelle von der FDP Steinbrück Zynismus vorwirft und ihm abspricht, überhaupt noch Sozialdemokrat zu sein. Ich muss noch mal in der Satzung nachschauen, in welchen Fällen ein Parteiausschlussverfahren möglich ist. Ich meine es wäre auch gerechtfertigt, wenn der betreffende Genosse Mitglied einer anderen Partei ist – inhaltlich trifft das auf Steinbrück jedenfalls schon zu.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren