24 Stunden NRW

Ja, richtig gelesen: 24 Stunden NRW. So lange können demnächst Verbraucher, Kunden und wie sie nicht alle heißen in unserem mal schön gewesenen Bundesland Nordrhein-Westfalen einkaufen – außer am Sonntag, aber dass ich sicher nur ein temporärer Kniefall vor den Kirchen.

Verantwortlich für das neue Shoppingparadies ist die Landesregierung (CDU/FDP), welche am vergangenen Dienstag einen Gesetzentwurf zur Freigabe der Ladenöffnungszeiten verabschiedet hat.

Ich könnte jetzt an dieser Stelle, wenn ich es nicht schon so oft gemacht hätte, darüber klagen. Schreiben, dass selbst bei der WM die längeren Ladenöffnungszeiten zu keiner Umsatzsteigerung geführt haben (nach einer Umfrage der Zeitschrift Impulse waren 58 Prozent der Einzelhändler mit dem Umsatz nicht zu frieden, wobei sich das ja auch anders deuten lässt). Anführen, dass seit Einführung des Dienstleistungsdonnerstags immer wieder Versprechungen gemacht wurde, Arbeitsplätze zu schaffen, die aber nie gehalten wurden.

Es wäre aber wohl vergebliche Liebesmühe, sich darüber noch zu erregen. Die Jubelchöre derer, die sich schon darauf freuen, eine Cola Zero nachts um drei Uhr im Supermarkt kaufen zu können, übertönen jegliche Kritik.

Was mir daher bleibt, ist in aller Bescheidenheit eine Bitte vorzutragen. Wenn in ein paar Jahren auch das letzte Fachgeschäft verschwunden, der letzte Laden in Familienbesitz Konkurs gegangen ist, dann jammert mir bitte nicht dir Ohren voll. Ich hab es euch ja gleich gesagt, dass es so kommen wird.

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