Kinder haften für ihre Eltern

Kinder haften für ihre Eltern

Das die so genannten Christdemokraten in der Union es mit den Sozialethik, die gerade auch aus dem Neuen Testament hervorgeht, nicht so genau nehmen, ist schon seit längeren bekannt. Neu ist, dass es in der CDU auf der Suche nach Einsparmöglichkeiten Bibelstellen wieder für sich entdeckt und diese eigenwillig interpretiert. Das vierte Gebote in der Bibel nach Martin Luther lautet „Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren”.

Die reine Ehrung der Eltern freilich ist noch nichts, was sich in klingender Münze auszahlen würde. Daher stellte CDU Generalsekretär Ronald Pofalla gestern ein Konzept vor, nach dem künftig Kinder für ihre arbeitslosen Eltern zahlen sollen. Ein entsprechende Änderung bei Hartz IV soll noch im Herbst diesen Jahres vorgenommen werden.

Die Kinder würden damit Verantwortung für ihre Eltern übernehmen und die Gesellschaft entlasten. Mit diesem Ansatz könnten auch auch im Gesundheitssystem erhebliche Einsparungen erziehlt werden, wenn künftige Kranke und Pflegebedürftige kostengünstig zu Hause von ihren Kindern gepflegt werden. Ganz Versicherungspakete wäre dadurch überflüssig. Lediglich ein paar Kinder in die Welt setzten, um gegen fast alle Risiken abgesichert zu sein.

Willkommen zurück im Mittelalter! Der Vorschlag aus der CDU ist weder Ausweg noch Sackgasse, sondern ein deutlich Rückschritt. Im Vordergrund steht auch nicht das natürlich einstehen füreinander in einer Familie, sondern die Entsolidarisierung der Gemeinschaft.

Schuld an der Arbeitslosigkeit sind auch nicht die Kindern, sondern die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Daher liegt es nahe, dass die Gesellschaft im Rahmen einer Versicherungsleistung wie das Arbeitslosengeld daher auch die Verantwortung übernimmt.

Abgesehen von solchen grundsätzlichen Einwänden gilt es, nüchtern die finanzielle Situation der heutigen Generation zu betrachten. Bei sinkenden Reallöhnen habe gleichzeitig die Kosten für die eigene Absicherung zugenommen. Für die eigene Gesundheitsversorgung müssen oft zusätzliche Versicherung abgeschlossen werden. Auf eine angemessen Rente im Alter kann sich keiner mehr verlassen, was den Abschluss von Riesterrenten, Lebensversicherungen und anderen Formen der Kapitalbildung dringend erforderlich macht. Gleichzeitig müssen Kredite für die eigene Ausbildung (Stichwort Studiengebühren) zurück gezahlt werden.

Den um die 30 jährigen jetzt noch das Risiko aufzubürden, im Falle der Arbeitslosigkeit ihrer Eltern für diese aufzukommen, wäre eine eklatante Fehlentscheidung, die die Zukunft der Enkel gefährdet.

7 Replies to “Kinder haften für ihre Eltern”

  1. oh mann… sowas kann auch nur einer verzappen der seine recht fette pension vom staat garantiert bekommt, weil er mal ein paar jahre politiker war… mir persönlich kanns egal sein, meine eltern sind in rente,aber der vorschlag an sich ist sowas von weltfremd und asozial bis zum geht nicht mehr :-P

  2. „Ronny“ Pofalla ist und bleibt ein ……..! Ich werde da mal näher nachhorchen und das in meinem Blog verbraten. Wahrscheinlich werde ich den Hinweis darauf dann auch kreisweit verbreiten, wobei ich damit etwas behutsamer vorgehen muss, da die Meldung auch auf MdL-Seiten erscheinen würde ;-).

    Dieser Emporkömmling und Speichellecker Kohls (kann ich nicht mit abgemahnt werden, weil das so stimmt) ist so ziemlich das Letzte an CDUler, die wir hier im Kreis Kleve leider haben (Palmen MdL ist auch so ein ….).

    Boah, ich könnte mich schon wieder vergessen, aber das mache ich wohl lieber in meinem Blog ;-).

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren