Mit großen Augen

Manchmal sind im Internet Menschen unterwegs, die mit großen Augen staunend vor den Gläsern mit bunten Bonbons stehen bleiben. Das was sie sehen, scheint für sie verlockend zu sein. Am liebsten möchten sie die bunten Bonbons haben – selbstverständlich ohne was dafür tun zu wollen. Am liebsten hätten sie es, wenn andere die Bonbons für sie aus den Gläsern holen.

Solche faulen Zeitgenossen tummeln sich besonders im Internetforen. Nicht das es dort nicht von hilfsbreiten Menschen wimmeln würde, die bereitwillig die Bonbons aus den Gläsern holen würden. Aber es gibt einfach auch Grenzen der Hilfsbereitschaft. Die sind zum Beispiel dann erreicht, wenn der Eindruck entsteht, das diejenige, die Hilfe wollen, nicht dazu bereit sind, selber aktiv zu werden. Wenn sie sich nicht die Mühe machen, eine Dokumentation zu lesen. Wenn sie meinen, ohne eigenes Zutun würde ein Oberklassedesign für ihre Webseite von Himmel fallen.

Ziemlich nah am Siedepunkt der Wut bin ich persönlich, wenn ich in Abstand von wenigen Minuten immer wieder von der selben Person mit der gleichen Frage bombardiert werde. Ich helfe wirklich gerne, aber ich hab auch noch was anderes zu tun. Auch möchte ich selber entscheiden können, wann ich helfe. Wenn jemand drängelt und quengelt, verliere ich wirklich jegliche Lust, überhaupt zu helfen.

Ich kann verstehen, dass viele ihre Probleme möglichst sofort gelöst haben wollen. Nur ohne Geduld geht das einfach nicht.
Um noch mal auf die Bonbons zurück zu kommen: als Kind habe ich die früher dann bekommen, wenn ich brav war und vor allem höfflich drum gebeten habe. Es gibt auch einen eindeutigen Unterschied zwischen bitten und betteln.

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