Lasst den Bären los!

Jetzt ist also die Katze aus dem Sack, bzw. der Bär aus dem Wald. Kurt Beck erhebt Anspruch auf die Kanzlerkandidatur, wie er gegenüber der „Blöd am Sonntag” sagte. Einige seiner Genossen werden sich vermutlich darüber wundern, das Parteipolitik über Schmierblätter betrieben wird, satt in den entsprechenden Gremien. Auch der Begriff „Anspruch” legt eine sehr merkwürdige Geisteshaltung offen.

Ganz so, wie ein Arbeitnehmer einen Anspruch auf Arbeitslosengeld erwirbt, scheint es für SPD-Granden einen Anspruch auf andere Formen von Versorgungsleistungen zu geben. Normalerweise sollte es eigentlich so sein, das eine Kandidat gewählt wird, statt das einer daher kommt, sein Revier markiert und sich anschließend abnicken lässt.

Letztendlich muss es innerhalb der Partei ausgemacht werden, wie damit verfahren wird und ob sich der König selber zur Krönung vorschlagen darf.

Für das einfache Wahlvolk stellt sich dagegen eine ganz andere Frage – nämlich die, ob es keinen geeigneten Kandidaten in der SPD als Kurt Beck gibt. Jemand mit mehr Charisma, jemand mit echten Ideen statt mit dem Appeal eines Verwaltungsbürokraten. Die Sozialdemokratie steckt tief, sehr tief in einer Krise.

Es könnte passieren, dass es mit zweiter Wahl ganz schnell in die dritte Klasse geht. Bei der Fußballweltmeisterschaft hat es nur für den dritten Platz gereicht – wenn die SPD so weiter macht, schafft sie mal gerade die Kreisklasse. Nur auf Grund von Traditionswähler ist die Partei noch nicht noch weiter abgerutscht.

Was aber noch nicht ist, kann durchaus noch werden. Einige Genossen arbeiten bereits fleißig am Sozial- und Stimmabbau.

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