The N Word

Im Nahen Osten herrscht Krieg. Israelische Truppen kämpfen im Libanon und in Syrien. Währenddessen ist es in der deutschen Blogspähre ruhig, sehr ruhig. Eigentlich wäre es dringend notwendig, die Ereignisse zu kommentieren. Warum es andere nicht machen, darüber kann ich nur spekulieren. Ich weiß nur, warum ich davor zurückschrecke. Es ist die Angst vor dem N-Wort.

Auf Grund der historischen Last gibt es bei mir einen Reflex, der mich immer wieder daran hindert, meine Stimme kritisch gegen Israel zu erheben – auch wenn es dringend erforderlich wäre. Mit den Gedanken an das N-Wort erstickt jede Kritik im Keim.

Die wohl einzige Möglichkeit wäre, sich auf eine sehr ruhige und sachliche Art und Weise mit dem Krieg im Nahen Osten auseinander zu setzten. Problematisch wird das durch die sehr schwierige Lage, in der sich alle Konfliktparteien befinden. Es gibt kein einfaches Schwarz und Weiß, kein eindeutiges Gut und Böse. Der Konflikt erscheint dabei unlösbar.

Sollte sich dennoch eine Lösung abzeichnen, muss diese, damit sie von Dauer ist, eine Win-Win-Situation herbeiführen.

Für mich ist es jedoch, wie schon gesagt, sehr schwer, da eine neutrale Position zu finden. Jeder Ansatz führt zwangsläufig wieder zurück auf die Verbrechen des deutschen, nicht-jüdischen Bevölkerung (ich verwende hier bewusst die Verallgemeinerung) an ihren jüdischen Mitmenschen.

Vielleicht dennoch eine kleine Anmerkung. Das Vorgehen Israels ist ein Beleg für die These, dass aus Opfern auch Täter werden können.

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