Erdbillig

Erdbillig

Kommt es mir eigentlich nur vor oder sind Erdbeeren zur Zeit tatsächlich billig wie lange nicht mehr? Eine 500g Schale Beeren gibt es bereits für 69 Cent. Da lohnt es sich wieder, selber Marmelade zu machen (was Dank einiger Expressmethoden wirklich noch vor dem Frühstück geht). Je länger ich aber über die roten Feldfrüchte nachdenke, desto merkwürdiger erscheint mir der Preis.

Wenn sie tatsächlich billig wie nie sind, dann könnte das auch eine Folge von sehr günstigen Arbeitskräften sein, die den Bauern von der Agentur für Arbeit überlassen wird. Wie bei Ulysses Streitzüge zu lesen ist, gibt es ja durchaus eine ganz andere Form von Leistungsmissbrauch:

„Die Masche: Einen Arbeitslosen einstellen, Lohn für ein halbes Jahr von der Arbeitsagentur bezahlen lassen, den Arbeitslosen nach 5 Monaten und 29 Tagen wieder auf die Straße setzen, nächsten Arbeitslosen einstellen.”

Die Lohnkosten trägt in diesem Fall der Staat, also letztendlich die noch nicht ins Ausland geflüchteten Steuerzahler. Angesichts solcher Methoden kann einem schon mal der Appetit und die Lust auf Erdbeeren vergehen.

2 Replies to “Erdbillig”

  1. A propos „Erdbeeren“:

    Einer meiner Freunde war bis vor zwei Jahren „Erdbeerbauer“ – mit Leib und Seele. Dann musste er die Landwirtschaft aufgeben, weil die Preise zu sehr verfielen. In seinem letzten Jahr musste er eine komplette Ernte unterpflügen, weil er dafür weniger erlöst hätte, als er für das Ernten bezahlen musste.

    Warum dieser Wahnsinn: Er war in Knebelverträgen mit Handelsketten gebunden, die die Preise im knallharten Wettberb mit den anderen Erdbeerbauern diktierten. Selbsternten für Privatleute war verboten, um den Markt (für die Handelsketten) nicht kaputt zu machen.

    Mein Freund fährt jetzt LKW für eine Spedition. Und die Erdbeerpreise sinken weiter …

  2. Umpf! Das ist dann die andere Seite der Medalie. Gestern abend habe ich dann noch bei feinkost Karstadt Schalen zu 3,98 Euro geseheen. Die Erdbeeren waren rein optisch schlechter als die Bliigware. Endweder zahlen die den Bauern einen anständigen Preis oder aber sie machen noch mehr Gewinn mit dem Verkauf. Das beste ist wohl, die Ware direkt auf dem Wochenmarkt vom Erzeuger zu kaufen.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren