Ich fahr Panzer

Ich fahr Panzer

In meiner Kindheit Querstrich Jugend war die sprichwörtliche Baggerfahrt durch die Eifel das bizarrste, was ich mir realisierbar vorstellen konnte. Letztendlich hat es dann nur für gelegentliche Mitfahrten auf einem handelsüblichen Trecker gereicht.

Wer wie ich den Dienst mit als solcher erkennbaren Waffe verweigert hat, dem blieb damit zwangsläufig natürlich auch die Möglichkeit versperrt, in den Genuss einer Fahrt mit einem Panzer zu kommen. Daher ist es jetzt um so erfreulicher, daß die Bundesregierung in einer Stellungnahme die Zulässigkeit von Vergnügungsfahrten mit demilitarisierten Panzern bestätigt hat.

Sollte also jemand die Gelegenheit bekommt, zu einem guten Kurs ein im Ausland nach den deutschen Bestimmungen demilitarisiertes gepanzertes Fahrzeug zu erwerben, kann er dieses völlig legal nach Deutschland einführen. Eine Inbetriebnahme des Fahrzeugs bleibt aber vermutlich nur auf privaten Grund und Boden möglich, da es kaum vorstellbar ist, daß der TÜV einen Panzer als für den Straßenverkehr zulässiges Fahrzeug durchgehen lässt.

5 Replies to “Ich fahr Panzer”

  1. Kettenfahrzeuge (aka Panzer) sind durchaus für den Straßenverkehr geeignet und auch zulassungsfähig.
    So wäre es definitiv kein Problem einen MTW M113 über den TÜV zu bekommen.
    Die Panzer der Bundeswehr sind sogar bereits mit entsprechender beleuchtung und nach den Vorgaben der STVZO ausgerüstet.

    Problematisch wird es bei Panzern wie z.B. den Leopard 1 / 2. Zum einen wird das Maximalgewicht von 40 Tonnen schon beim „kleinen“ Leo 1 überschritten (ca. 42 Tonnen Betriebsgewicht). Zum anderen überschreiten sie die maximale Breite für ein Kfz von 2.55 Metern.

    Oft wird fälschlicherweise angenommen Panzer dürften nicht auf der Straße fahren da sie mit ihren Ketten den Straßenbelag zerstören würden. Die modernen Kampfpanzer sind allerdings mit sogenannten Kettenpolstern ausgerüstet. Damit ist ohne weiteres ein Fahren auf der Straße möglich.

    Einen gebrauchten Leopard 2 dürfte man als Privatmensch nicht bekommen. Einen gebrauchten MTW M113 bekommt man, je nach Alter und Zustand, schon ab ca. 5.000 Euro.

    PS: Eine MIG 21 (Fishbed) gibts schon ab 19.500 Euro

  2. Der Nachteil an den Dingern ist allerdings, daß einen die Unterhaltskosten auffressen. Bei 200 Litern auf 100 km kann praktisch ein Strudel im Tank sehen. Außerdem sind Missverständnisse vorprogrammiert. So ein Wochenendausflug nach Polen wird ganz schnell falsch verstanden. :-)

  3. … aber wenn der Leo2 ‚demilitarisiert‘ wird?
    Ich denke kaum, dass Privatmensch so ein Ding inkl. Bordgeschütz und Munitionszuführung bekommen wird. Und wenn man das alles abmontiert sollte man unter ~40t kommen, oder? ;)

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren