Singles in Bielefeld

Das sind die Überschriften, mit denen Besucher auf die Seite gezogen werden, habe ich mir sagen lassen. Am besten sind wohl momentan Schlagzeilen wie: „gut aussehende Single-Frau mit zwei WM-Karten für´s Endspiel sucht…”
Eigentlich geht es mir aber weder um Singles noch um Freikarten für die WM 2006. Eher um die Singlebörsen im Internet.

Als glücklich verheirateter Mann statte ich solchen eigentlich keinen Besuch ab. Meine Fernsehzeitung (ratet mal, welche das ist) brachte mich aber auf die Idee, mir diese Marktplätze der Partnersuche näher anzuschauen.

Interessant ist für mich weniger das dort angebotenen Fleisch, sondern das Geschäftsmodell. Früher, also in einer Zeit, bevor es „ Partnerscouts” und „Datingmatcher” gab, hieß das ganze noch schlicht Kontaktanzeigen und war hinten im Schmuddelteil der Zeitung zu finden. Wer darüber einen Partner fürs Leben (oder kürzer) fand, wurde zumindest im Freundeskreis schief angesehen – ganz out war und ist Mann ja, wenn er sich eine Katalogfrau aus Asien bestellt.

Die Internetbörsen für die schnelle Zweisamkeit haben dieses Image abgelegt. Noch bevor es den Begriff Web 2.0 überhaupt gab, haben sie gezeigt, auf welche sozialen Funktionen es wirklich ankommt. Der Erfolg scheint für sie zu sprechen. Das große Glück haben aber nicht nur die frisch verliebten Paare gefunden, die sich dank der Portale gefunden haben, sondern auch die Betreiber selbst.

Der Umsatz von Partnervermittlungen und Kontaktanzeigen-Börsen hat von 2003 auf 2005 um 255 Prozent zugenommen. Bei einem durchschnittlichen Mitgliedsbeitrag von 20 Euro pro Monat lässt sich leicht ausrechnen, was für ein erträgliches Geschäft so ein Portal ist. Auch wenn die meisten Webangebote wesentlich mehr Mitglieder haben, nehmen wir für ein einfaches Rechenbeispiel mal 8.000 zahlende Mitglieder. Das macht dann nach Adam Riese 160.000 Euro Umsatz pro Monat.

Kein schlechter Betrag. Dafür würde es sich schon lohnen, ein keines Büro anzumieten, zwei drei Leute einzustellen und sich den Rest der Zeit zu überlegen, wie das Geld am schönsten ausgegeben werden kann.

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