Das Leyenschauspiel Vätermonat

Das Leyenschauspiel Vätermonat

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen fordert weiterhin, daß das geplante Elterngeld in volelr Höhe nur gezahlt werden soll, wenn auch der Papi mal zu Hause bleibt. Wie das bei einkommensschwachen Familien funktionieren soll, wo der Mann der Hauptverdiener ist, hat dagegen noch keiner gesagt. Auch wenn ich grundsätzlich die Idee für gut halte, da Kindererziehung und -betreuung Aufgabe beider Elternteile ist, so denke ich dennoch, daß sich solche Einsichten nicht von oben herab verordnen lassen.

Der Wandel muß in den Köpfen der Arbeitnehmer ebenso wie in denen der Arbeitgeber stattfinden. Nur wenn ausgeschlossen ist, daß die Inanspruchnahme eines „Vatermonats” kein finanzielle Einbußen für die Familie mit sich bringt und auch nicht den Arbeitsplatz des Vaters gefährdet, wird die Bereitschaft auch zunehmen können, sich zu Gunsten der Kinder eine Auszeit zu nehmen.

Ansonsten ist der Vatermonat eine Sackgasse, die Frauen nur zu gut kennen. Denn bei viele ist es immer noch so, daß die Kariere mit der Mutterschaft zumindest einen Knick bekommt. Die beste Lösung von allen wird sich wohl leider nie durchsetzten können, obwohl sie durch ihre Einfachheit besticht: Beide Elternteile nehmen sich eine Auszeit für die Erziehung der Kindern, bekommen aber ihren Lohn weiterhin bezahlt. Zum Ausgleich dafür gehen sie entsprechend später in Rente – die Rückkehr in den alten Beruf wird dabei gewährleistet.

Ein Kombination dieser Idee zusammen mit dem von Frau von der Leyen geplanten Elterngeld wäre im Prinzip die beste Lösung. Gezahlt werden nicht 67 Prozent, sondern 100 Prozent des letzten Nettoeinkommens. Zum Ausgleich dafür verschiebt sich bei Inanspruchnahme des Elterngeldes das Renteneintrittsalter um zwei Monate nach hinten. Das Elterngeld wird unabhängig davon, ob auch der Vater pausiert, volle zwölf Monate gezahlt. Wenn beide Elternteile jeweils sechs Monate vom Beruf pausieren, wird ein Bonus von x gezahlt.

Zusätzlich sind Sanktionen erforderlich für die Firmen, die Eltern die Rückkehr in den Beruf erschweren.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren