Der Pate

Der Pate

Irgendwo in Norddeutschland. In einem Supermarkt steht ein südländisch aussehender Mann vor einem Regal mit Lebensmitteln. Er trägt einen sorgfältig gepflegten Anzug, die Haare sind nach hinten gekämmt. Sein Blick richtet sich auf das mittlere Brett des Regals. Der Blick wird finster. Mit einer Stimme, bei der zartbesaitete blonde Verkäuferinnen in Ohnmacht fallen, spricht er zum Brett.

„Von dir wurde in den letzten Wochen nicht mehr so viel genommen und gekauft. Das gefällt dem Don nicht. Überleg dir gut, ob du das nicht ändern möchtest.”

Der Mann zückt eine Sonnenbrille, verlässt schweigend den Laden.

Zwei Wochen später. Dunkelheit liegt über dem Hafen. Das Regalbrett aus dem Supermarkt ist zu sehen. Es steckt in einem Eimer mit Beton. Zwei Männer halten es fest und tragen es ans Wasser. Wieder ist die Stimme des Mannes aus dem Supermarkt zu hören.

„Du hattest deine Chance!”

Ein Knarren wie ein Seufzer ist von dem Regalbrett zu hören, bevor es tief im Hafenbecken verschwindet.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren