Bürgerrechte als Spiel

Monopoly gehört zu den Spielen, die zu kennen zur Allgemeinbildung gehört. Wie kein anderes Brettspiel macht es deutlich, worum es im Kapitalismus geht: Geld. Und natürlich um Straßen, Häuser und Hotels. Wer je mit seiner Spielfigur auf die mit einem Hotel bebaute Schloßallee gezogen ist und in das Gesicht des Spielers geblickt hat, dem sie gehört, wird diesen gierig-triumphierenden Ausdruck in den Augen nie vergessen. Meisten besiegelte der Zug das Schicksal eines Spielers

Um andere Schicksale und eine ganz andere Form der Währung geht es in PATRIOT ACT: The Home Version, das sich kostenlos herunterladen lässt. Hier kommt niemand ins Gefängnis, in dem es unter Umständen noch Rechte gibt, sondern es geht direkt nach Guantanamo. Statt Dollar gibt es Bürgerrechte als Kapital, die allerdings nicht mehr werden, sondern Runde für Runde weniger. Es versteht sich von selbst, daß in diesem „uramerikanischen” Spiel Farbige und Muslime schlechtere Statrchancen haben und das Spiel daher mit weniger Bürgerrechte beginnen. Der Spieler, der als letzter noch über Bürgerrechte verfügt, gewinnt das Spiel – wenn der Ausdruck überhaupt passt, den einen richtigen Sieger gibt es nicht.

Die aktuelle politische Lage motiviert möglicherweise auch ein paar Deutsche Designer, ein Spiel zu entwickeln: Trival Pursuit – das Einbürgerungsspiel.

[via tagesschau.de]

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