Religiöse Rechte

Künftig wird das neue Abtreibungsgesetzt im US-Bundesstaat South Dakota dafür sorgen, daß Schwangerschaftsabbrüche nur noch dann vorgenommen werden, wenn die Schwangerschaft das Leben der Mutter gefährden würden.

Selbst bei Vergewaltigung und Inzest wird eine Abtreibung strafbar sein. Was die religiösen Fanatiker in den USA als ersten Sieg feiern, ist in Wirklichkeit eine bizarre und verdrehte Auffassung von Recht und Gerechtigkeit. Um das Leben als solches geht es den Fanatikern auf jeden Fall nicht, denn in den meisten Fällen sind die Gegner der Abtreibung auch eifrige Befürworter der Todesstrafe.

Künftig werden wohl in South Dakota Kinder ihren Vater um folgendes bitten müssen: „Papa, wenn du mich schon missbrauchst, nimm bitte ein Kondom, da Abtreibung verboten ist.
Auch von außerhalb der Familie werden wohl Sätze wie dieser fallen: „Wenn sie mich schon entführen und vergewaltigen, fahren sie bitte in einen anderen Bundesstaat, wegen der Abtreibung. Oder wollen sie mich direkt umbringen?”

Das sogar US-Präsident Bush das neue Gesetzt ablehnt, wird für die Frauen nur ein schwacher Trost sein. Auch wenn es immer heißt, es wären in den USA religiöse Rechte, die gegen die Abtreibung mobiliseren, so stellt sich doch die Frage, woher sie überhaupt das Recht nehmen, über das Grundrecht der Frau auf Selbstbestimmung zu befinden.

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