Religiöse Rechte

Religiöse Rechte

Künftig wird das neue Abtreibungsgesetzt im US-Bundesstaat South Dakota dafür sorgen, daß Schwangerschaftsabbrüche nur noch dann vorgenommen werden, wenn die Schwangerschaft das Leben der Mutter gefährden würden.

Selbst bei Vergewaltigung und Inzest wird eine Abtreibung strafbar sein. Was die religiösen Fanatiker in den USA als ersten Sieg feiern, ist in Wirklichkeit eine bizarre und verdrehte Auffassung von Recht und Gerechtigkeit. Um das Leben als solches geht es den Fanatikern auf jeden Fall nicht, denn in den meisten Fällen sind die Gegner der Abtreibung auch eifrige Befürworter der Todesstrafe.

Künftig werden wohl in South Dakota Kinder ihren Vater um folgendes bitten müssen: „Papa, wenn du mich schon missbrauchst, nimm bitte ein Kondom, da Abtreibung verboten ist.
Auch von außerhalb der Familie werden wohl Sätze wie dieser fallen: „Wenn sie mich schon entführen und vergewaltigen, fahren sie bitte in einen anderen Bundesstaat, wegen der Abtreibung. Oder wollen sie mich direkt umbringen?”

Das sogar US-Präsident Bush das neue Gesetzt ablehnt, wird für die Frauen nur ein schwacher Trost sein. Auch wenn es immer heißt, es wären in den USA religiöse Rechte, die gegen die Abtreibung mobiliseren, so stellt sich doch die Frage, woher sie überhaupt das Recht nehmen, über das Grundrecht der Frau auf Selbstbestimmung zu befinden.

Kommentar verfassen

über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren