Respektlosigkeit im Einsatz

Deutschland, in einer dunklen, kalten Januarnacht. Im Kanzleramt trainiert die Regierungsmannschaft für die WM. Am Spielfeldrand im Abseits sitzt ein mürrischer Wolfgang Schäuble, der aus verständlichen Gründen nicht mitspielt. Wehmütig denkt er an seine Tage als erfolgreicher Rechtsaußen auf dem Spielfeld. Nach dem ersten Tor für die SPD und einem Eigentor bei der CDU beschließt Angela Merkel, Schäuble ins Tor zu rollen. Einen Ball wird er ja wohl noch halten können, denn dafür reichen auch im Notfall auch die Hände.

Es kommt natürlich wie es kommen muß. Müntefering im Angriff, spielt geschickt am Verteidiger Jung vorbei und semmelt das Leder ins Tor – voll vor den Kopf von Schäuble. Der Jubel in der SPD weicht schnell dem blanken Entsetzen. Schäuble scheint ganz schön was abbekommen zu haben. „Terroristische Anschläge, Anschläge bei der WM. Unbedingt verhindern. Bundeswehr einsetzen”, murmelt er aus seinem innersten heraus.

Vor der Presse und der Öffentlichkeit wird der Unfall verschwiegen und die Rolle der SPD vertuscht. Schließlich will niemand in der Regierung die große Koalition gefährden – gerade im WM-Jahr. Immer öfter spricht Schäuble aber davon, die Bundeswehr zur Bewachung in Inland einzusetzen. Merkel und Jung ist das natürlich peinlich, aber sie schweigen. Einen vorläufigen Höhepunkt erreicht der Verwirrungszustand von Schäuble, als er kurz vor dem Wochenende beschließt, eine eigene Mannschaft für den Auslandeinsatz aufzustellen. So sollen die Polizisten in seiner Obhut bei Bedarf auch in gefährlichem Umfeld im Ausland operieren.

Das Kabinett macht sich mittlerweile ernsthafte Sorgen. Die Chefärztin legt zusammen mit ihrem Assistenzarzt Müntefering einer OP-Termin fest. Gemeinsam rollen sie den zeterndenden Schäuble ins Buch der Geschichte. Der Rest ist Schweigen.

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