Strandgut, sprach gut

Strandgut, sprach gut

Das Deutschland einen großen Schweinestall hat (und nicht etwa einer ist), fällt immer in Wochen wie dieser auf, wo täglich eine neue Sau durchs Land getrieben wird. Diesmal heißt sie „In der Pause wird nur Deutsch gesprochen”.

Die tatsächliche Faktenlage völlig ignorierend, regen sich rote Socken auf, während der stramme CDU Wähler zufrieden in seinem bescheidenen Geiste schon die vielen kleinen Alis und Fatimas, die quälend durch die Pause stottern. In sein Tagebuch, denn ein solches mit schwerem, muffigen Ledereinband führt er, schreibt er überglücklich:

„Sprichst du meine Sprache nicht, bekommst du auch kein Unterricht.”

Währenddessen raucht der 68er erstmal, vor lauter Schreck und aus alter Gewohnheit, einen Joint. So richtig locker und unverkrampft wird er dennoch nicht. Das Gespenst namens Deutschtum sieht er wieder umherziehen.

Dabei wurde der Beschluss, an der Berliner Realschule in der Pause nur noch Deutsch zu sprechen, mehrheitlich von Eltern der Schule beschlossen einer Schule mit einem Anteil von 90 Prozent Schülern, bei denen Deutsch nicht ihre Muttersprache ist. Die Wirklichkeit ist mitunter etwas komplexer als alte Feindbilder. Es gibt vermutlich nur einen Bevölkerungsgruppe, die bei einer Bundeseinheitlichen Pausensprachenregelung benachteiligt wäre: die Bayern. Von denen jammert aber keiner, denn selbst die sind um Integration bemüht.

One Reply to “Strandgut, sprach gut”

  1. Integration des deutschsprachigen Auslandes sprich Freistaates in die gebundene Republik Deutschtums? Das kann ich mir beim besten willen nicht vorstellen, wo die Bayern doch selbst beim deutschtümeln, und da sind sie echte Spitzenreiter, nur dialektisch artikulieren.

    :)

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren