Der Sparblogger

Der Sparblogger

In Zeiten, wo selbst der Wettbewerb immer härter wird, müssen auch die Besitzer von Lebensmittelläden jeden Cent umdrehen. Spar dich reich, den Geiz ist geil – selbst wenn darunter das Sozialklima leidet.

Großes Sparpotential scheint darin zu liegen, daß Anziehen der Arbeitsbekleidung nicht als Arbeitszeit anzurechnen. Es mag ja durchaus seine preußisches Ordnung haben, wenn der Mitarbeiter erst nach dem Anziehen der Arbeitskleidung seine Stempelkarte benutzt. Auf der anderen Seite wirkt die Beschäftigung mit solch einer Frage aber schnell kauzig wenn nicht sogar knauserig.

Natürlich muß nicht jede Eigenheit der Mitarbeiter toleriert werden. Trotzdem sollte bedacht werden, daß auch in einem Supermarkt Menschen arbeiten, die in erster Linie als solche gesehen werden wollen. Niemand fühlt sich wohl, wenn er für seinen Arbeitgeber vor allem ein Kostenfaktor in der Kalkulation ist.

13 Replies to “Der Sparblogger”

  1. Wie kommst Du darauf, daß das Sozialklima bei Björn im Laden schlecht ist? Nur weil Kollegen Überstunden aufbauen, indem sie früher kommen und sich in aller Seelenruhe umziehen? Mit Stiefel schnüren und Zöpfe flechten? Nötig ist lediglich ein kurzes Überwerfen des Kittels, das ist eine Sache von Sekunden. Falls Du das Klima hier im Laden testen willst, frag doch die Mitarbeiter. Wir haben hier jedenfalls alle gute Laune und bekommen für die gute Stimmung bei den Kunden viel Lob.
    Auch von Fachleuten: „Im SPAR MARKT von Björn Harste merkt jeder Kunde sofort, dass die Mitarbeiter tatsächlich Spass am Service und Verkauf haben. Offensichtlich sind diese excellent motiviert und geschult. Björn Harste scheint ein ungewöhnlicher Chef mit überaus unkonventionellen Ideen zu sein (siehe http://www.shopblogger.de), der dadurch seine Mitarbeiter mitreisst und seine Kunden wirklich in den Mittelpunkt stellt.“
    http://www.dieserviceoffensive.de/index.php?menu=12&index=5

  2. Liebe Mitarbeiterin,

    vor dem posten von Kommentaren bietet es sich in der Regel an, tief Luft zu holen und das, worüber man schreiben will, noch mal genau zu lesen. Dann wäre dir vielleicht aufgefallen, daß ich nicht behauptet habe, das bei Björn im Laden das Sozialklima schlecht ist.

    Mit etwas mehr Aufmerksamkeit wäre dir auch nicht der ironische Ton in der Einleitung entgangen.

  3. „Sparblogger“, Spar dich reich, denn Geiz ist geil – selbst wenn darunter das Sozialklima leidet“ klingt für mich nicht ironisch, sondern bissig. Und das hat Björn nicht verdient.
    Die Mitarbeiter werden hier als Menschen behandelt. Oder würdest Du dem Azubi Dein Auto leihen?
    Die positive Stimmung im Laden habe ich mit fremden Statements untermauert, damit es nicht heißt, ich wäre betriebsblind.

  4. Ganz ehrlich: ich hab das ähnlich wie die Mitarbeiterin interpretiert. Zunächst dachte ich: „Nanu, was wird denn hier impliziert? – Da bekommt man beim shopblogger doch einen völlig anderen Eindruck“ und dann eben nur „Ah okay, da legt es einer drauf an missverstanden zu werden.“

  5. Na dann mal was zum klarstellen: Greifen wie mal zurück auf den ersten Kommentar. Anscheinend ist Björns Überlegung, wann die Arbeitszeit beginnt nicht wie das Blaue vom Himmel gefallen. Zitat der Mitarbeiterin: „Nur weil Kollegen Überstunden aufbauen, indem sie früher kommen und sich in aller Seelenruhe umziehen? Mit Stiefel schnüren und Zöpfe flechten früher kommen und sich in aller Seelenruhe umziehen?“

    Ist das das tolle Sozialklima, wenn man eine Kollegin in dieser Weise öffentlich mobbt? Wie fühlt sich eigentlich die Kollegin, die solchermaßen an den Pranger gestellt wird? Hat sie im Arbeitsvertrag unterschrieben, daß „Fehlverhalten“ von ihrem Chef oder den Kollegen in aller Öffentlichkeit ausgebreitet wird?

    Nur sehr blauäugige werden jetzt einwenden, daß Björn keinen Namen genannt hat, sondern nur eine allgemeine Überlegung angestellt hat. Die Mitarbeiterin, um die es geht, wird aber sicher wissen, daß sie gemeint ist, wenn sie Björns Artikel liest.

    Solche Sachen gehören nicht ins Internet, sondern werden in einem Vier-Augen Gespräch geklärt. So witzig die Geschichten aus dem Supermarkt auch häufig sind, es wir dennoch manchmal eine Grenze überschritten, wo der Schutz persönlicher Daten nicht so genau genommen wird.

    Unabhängig davon ist meiner Ansicht nach die Überlegung, ob die Arbeitszeit vor oder nach dem Anziehen der Arbeitskleidung beginnt, kleinkariert.

  6. Pingback: selbst:zweck
  7. Ich kann die Aufregung nicht verstehen, letztendlich nur irgendjemand, der in seinem Block ein paar Besuche abstaubt, indem er kaum qualifizierten Schmuh „trackbackt“.

  8. @Barabbas: Ein sehr nette Ansicht von Meinungsviefalt hast du da. Kaum hat man einen anderen Standpunkt als die Masse, schreibt man schon Schmuh. Aber es ist ja wesentlich einfach, jemand auf diese Weise von oben herab anzuspucken, statt sich mit den Argumenten auseinander zu setzten.

    Mit der Medienkompetenz kann es auch nicht so weit her sein, denn dann wäre dir klar, was und wozu Trackbacks sind …

  9. @ tboley

    Wie man aus einigen Kommentaren der „Mitarbeiterin “ sehen kann ist sie nicht eine einfache Mitarbeiterin sondern wohnt mit Björn zusammen. Sie schrieb vor kurzer Zeit zumindest von Dingen zuhause mit Björn.

  10. @Nico: Mist… Und ich war mir so sicher, daß Björn das dann mal erwähnt hätte. Und jetzt bin ich mir immer noch sicher, daß er das die letzten Monate nicht getan hat.

    Falls Du recht hast, bitte ich hiermit um Entschuldigung bei Frau und Herrn Harste. Sooorry!

    Es wird wahrscheinlich auch noch eine Weile dauern, bis ich mal in Bremen einkaufen gehe. Von Paderborn ist das doch etwas weit. Da schmilzt die Frosta-Tüte ja auf dem Rückweg. Geht doch nicht! ;)

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren