Dieb(in) von Bagdad

Dieb(in) von Bagdad

Wie der Focus heute in seiner Onlineausgabe berichtet, hatte Susanne Osthoff zum Zeitpunkt ihrer Freilassung einen Teil des Lösegelds (das der deutsche Steuerzahler für sie bezahlt hat) bei sich.

Mit dieser Meldung der Beweis erbracht worden, daß definitiv Lösegeld für die Freilassung gezahlt wurde. Zudem stellt sich die Frage, in welcher tatsächlichen Beziehung Frau Osthoff zu ihren vermeindlichen Entführern steht. All diejenigen in Deutschland, die für ihre Freilassung gekämpft haben, werden sich zu recht mehr als betrogen fühlen. Sympathie mit einem Entführungsopfer ist eine Sache, Sympathie mit einer gemeinen Diebin und Betrügerin eine ganz andere.

Sollte sich die Meldung als wahr erweisen, so wird der Fall Osthoff sicher noch ein juristisches Nachspiel haben. Zumindest in Deutschland ist die Vortäuschung einer Entführung strafbar.

7 Replies to “Dieb(in) von Bagdad”

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  2. Mh, Thomas, heikel… Glaubst Du Focus, Spiegel und Konsorten? Den Boulevard-Rotz nenne ich erst gar nicht. Der ganzen schmierenden, äh, ach ne, das sind ja wir Klowändler ;-), schreibenden Journalisten glaube ich auch nicht so wirklich. Wobei man dieser Tage ohnehin fragen muss, was richtig dargestellt wird und was nicht.

    Sollte sich das aber bewahrheiten, was da im Busch zu sein scheint (noch gilt für mich die Unschuldsvermutung, obwohl ich kein Osthoff-Freund bin), dann ist es schon so, wie Du schreibst und Frau Osthoff wird wohl Robenträgern gegenübergestellt werden.

    Was aber, wenn nicht? Schwierige Sache das Ganze und möchte ich auch gar nicht aufdröseln müssen, denn auch ich habe meine Meinung im Laufe der Wochen ihr gegenüber geändert – schon vor dieser Geldgeschichte. Da sind mir irgendwie zu viele Fragezeichen haften geblieben und bei aller Skepsis gegenüber den Schreiberlingen: Können die sich sowas wirklich ernsthaft aus den Fingern saugen?

    Wenn ja, gehören die bestraft, wenn nein, Frau Osthoff.

  3. @Nobbi: Ich habe lange gezögert, ob und was ich zum Fall schreibe. Den Fall Osthoff verfolge ich schon seit Beginn an. Aus meiner Sicht ist die Wahrscheinlichkeit leider sehr hoch, daß der im Focus geäußerte Vorwurf der Warheit entspricht.

    Natürlich kann dem Focus vorgeworfen werden, daß er mit so einer Meldung Frau Osthoff schaden wollte. Nur zu welchem Zweck? Zudem hat Susanne Osthoff es bisher trefflich verstanden, sich durch ihr Verhalten selber zu schaden und ist daher auf keine „Hilfe“ angewiesen.

    Ich denk, spätestens in zwei bis drei Tagen wissen wir alle mehr.

    Nachtrag: Auch die Tageschau berichtet jetzt darüber.

  4. Die Sache mit der „abgesprochenen Entführung“ ist nicht neu. Ich lebte mein halbes Leben in Afrika, und hatte sehr viele enge Kontakte zu allen Gesellschaftsschichten und wurde ebenfalls als „Afrikaner“ angesehen. Rebellen machten mir auch einmal den Vorschlag: Wir spielen eine Entführung und das Geld, was Deutschland bezahlt, wird ordentlich geteilt. Selbstverständlich bin ich nicht darauf eingegangen – jeder mit Charakter lehnt so etwas ab, aber ich kann mir sehr gut vorstellen, das viele bei dem Gedanken, bald Millionär zu sein, ganz schnell schwach werden. Ich bin nur mal gespannt, was aus dem Fall Osthoff nun wird und wer am Ende diese teure Zeche bezahlt. So, wie wir von der ganzen Familie Osthoff beleidigt wurden, müsste man auch die gesamte Familie mit zur Kasse bitten. Aber bis heute hat man es sehr gut verstanden, dem Staat alles aus der Tasche zu ziehen. Ich denke, dass die Sache wie das „Hornberger Schießen“ ausgeht – gute Ausreden und wir können nichts machen. Wie heist es so schön: Im Zweifel für den Angeklagten.

    Walter Hendrick

  5. Meine Befürchtung zur Zeit ist, daß das Thema einfach unter den Teppich gekehrt wird. Spätestens in zwei Wochen haben die meisten Frau Osthoff vergessen. Für meinen Geschmack wird zu Zeit ein viel zur großes Geheimnis um die Arbeit des BND gemacht, der ja auch in anderer Sache in Bagdad war.

    Nur wenn der Teppich zu klein ist oder ein gewissenhafte Journalist ihn mal anhebt, wird aus dem Fall Osthoff in einigen Monaten (oder Jahren) die Affäre Osthoff, über die dann ein paar Politiker (im ungünstigen Fall Bauernopfer) straucheln.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren