Indiana F. und sein Kreuzzug

Indiana F. und sein Kreuzzug

Ein großes Echo geht seit heute Morgen durchs Internet. Die freie Internet-Enzyklopädie Wikipedia ist in ihrer deutschen Fassung über die Weiterleitung von der Domain wikipedia.de nicht mehr zu erreichen, sondern nur noch über den direkten Aufruf von de.wikipedia.org.

Ursache dafür ist eine einstweilige Verfügung des Amtsgericht Berlin-Charlottenburg, die der Vater von Boris F. (auch bekannt als Tron) erwirkt hat. Herr F. versucht per Gerichtsbeschluss die Nennung des vollen Namen seines verstorbene Sohnes zu verhindern.

Die Medienaufmerksamkeit, die das Ereignis begleite, dürfte genau den gegenteiligen Effekt von dem haben, was Herr F. eigentlich bewirken wollte. Ganz in der Tradition der Kreuzzüge kämpft Herr F. für seine Sicht der Dinge, die er einzig und allein für richtig hält. Der Rest der Welt ist böse und ungläubig. Auf lange Sicht hin dürfte er wohl ähnlichen Erfolg haben wie Don Quijote, der Ritter von der traurigen Gestalt.

Nachtrag: Während ich diese Zeilen noch mal durchlese und editiere, stellt sich mir die Frage, wann die ersten Blog wegen des Links abgemahnt werden. Aber wir wollen ja nicht gelich die 23 an die Wand malen …

3 Replies to “Indiana F. und sein Kreuzzug”

  1. Ich muss gestehen, dass mich das Ereignis heute Morgen recht unvorbereitet getroffen hat. Und ich habe glaube ich bis jetzt noch nicht verstanden, was Herr F. und sein Sohn mit wikipedia.de (außer dass Wikipedia seinen vollen Namen nennt) zu tun haben… Kann mich da jemand aufklären?

  2. Herr F. setzt sich gegen die Nennung des vollen Namens seines Sohnes Wikipedia zur Wehr. Ziemlich sinnlos, da dieser auf zahlreichen Internetseiten und Büchern zu finden ist. Um mehr geht es eigentlich nicht – abgesehen vielleicht davon, daß das Gerichtsurteile Einschnitte in der freien Meinungsäußerung vornimmt.

  3. Pingback: Perspektive 89

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren