Halligabend, Teil VI

Halligabend, Teil VI

Ein halbes Frieren später hatte Martin den Ofen endlich an. Langsam erfüllte Wärme die Hütte. Zeit für Martin, sich auf die Dinge zu konzentrieren, die noch vor ihm lagen. Neben den Vorräten, die zur Verfügung gestellt wurden, hatte für den morgigen Weihnachtsabend noch einen Flachmann mit Whiskey. An Unterhaltung für den Abend würde es auch nicht fehlen. Neben seinem Buch hatte noch sein Notebook mitgenommen. Einen Internetzugang gab es natürlich nicht in der Hütte, aber er konnte weiter an einer Übersetzung arbeiten. Zudem bot das DVD-Laufwerk die Möglichkeit, die zweite Staffel von Knight Rider anzusehen. Die letzte Folge, die er sich noch zu Hause angesehen hatte, hieß im Original K.I.T.T. The Cat. Die deutsche Übersetzung war mit „Der Fassadenkletterer” etwas uneleganter.

Martin hasste schlechte Übersetzungen genauso, wie er schlechte amerikanische Serien liebte. Die Vogelstation verfügt über ein eigenes Windrad. Solange es draußen nicht windstill war, würde Martin auch genügen Strom haben, um damit damit die Batterien des Notebooks aufzufüllen. Erstmal war es jetzt aber dringend notwendig, die nasse Hose endlich auszuziehen. Martin hängte sie über eine Leine am Küchenherd und setzte sich auf eines der beiden Betten. Einen kleinen Schluck aus dem Flachmann zum aufwärmen konnte er sich schon mal gönnen. Wohlige Wärme von innen und außen ließ ihn müde werden. Erst jetzt merkte er, wie erschöpft er eigentlich war. Martin schlüpfte unter die Bettdecke, warf seinen Pullover in den Raum und schlief ein.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren